Trump hält die Notenbank für ″verrückt″ | Aktuell Amerika | DW | 11.10.2018
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Federal Reserve

Trump hält die Notenbank für "verrückt"

Es ist eher unüblich, dass sich ein US-Präsident über die Zinspolitik der Notenbank äußert. Auch dies ist bei Donald Trump völlig anders. Erst recht, wenn er auf Wahlkampftour ist.

USA Erie Donald Trump (picture-alliance/AP Photo/E. Vucci)

US-Präsident Trump nach seiner Ankunft auf dem Erie International Airport in Pennsylvania

"Ich denke, die Fed ist verrückt geworden", sagte US-Präsident Donald Trump vor einer Wahlkampfveranstaltung in Pennsylvania. Die Notenbank Federal Reserve (Fed) fahre geldpolitisch einen zu straffen Kurs. Die jüngsten Kursrückgänge an den Börsen seien eine "Kurskorrektur", die seit langem erwartet worden sei, sagte er weiter.

Der New Yorker Aktienmarkt hatte am Mittwoch einen seiner bisher schlimmsten Tage des Jahres erlebt. Der Leitindex Dow Jones Industrial brach um 3,15 Prozent auf 25 598,74 Punkte ein. Die Anleger reagierten auf Äußerungen des Internationalen Währungsfonds (IWF), der vor möglichen Finanzmarkt-Turbulenzen gewarnt und seine Prognosen zum Wachstum der globalen Wirtschaft gesenkt hatte.

Nach dem Kursrutsch an den Börsen beschwerte sich Trump abermals öffentlich über Geldpolitik der Fed, betonte aber, an deren Chef Jerome Powell festhalten zu wollen. "Ich werde ihn nicht feuern", sagte Trump am Donnerstag in Washington.

USA Jerome Powell Notenbankchef mit Trump vor dem Weißen Haus (Getty Images/D. Angerer)

Trump ist unzufrieden mit Notenbankchef Jerome Powell

Belastet wird die Stimmung an den Börsen auch durch die steigenden Renditen an den Anleihenmärkten, wodurch Anleihen für Anleger attraktiver werden. Möglicherweise wird die Fed ihre Zinsen angesichts zuletzt robuster Konjunkturdaten stärker anheben als zunächst erwartet.

Trump hatte die US-Geldpolitik immer wieder öffentlich kritisiert, was für US-Präsidenten ungewöhnlich ist. Ende September meldete er sich zu Wort, nachdem die Fed die Leitzinsen zum dritten Mal in diesem Jahr angehoben hatte: "Leider haben sie die Zinsen gerade wieder erhöht. Ich bin darüber nicht glücklich." Trump befürchtet, dass die Notenbank den US-Wirtschaftsboom abwürgen könnte. Fed-Chef Jerome Powell betont aber stets die Unabhängigkeit der Notenbanker: "Wir berücksichtigen keine politischen Faktoren."

Lagarde geht auf Distanz zu Trump

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, hat dem US-Präsidenten nach dessen Kritik an Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed widersprochen. Die Erhöhung von Leitzinsen sei in Ländern mit verbessertem Wirtschaftswachstum und zunehmender Inflation eine "notwendige Entwicklung", sagte Lagarde am Rande der IWF-Jahrestagung auf der indonesischen Insel Bali. Solche Entscheidungen der Zentralbanken seien "unvermeidbar".

rb/stu/bea (afp, ap, dpa, rtr)

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