Trump eröffnet in Mississippi trotz Protesten Bürgerrechtsmuseum | Aktuell Amerika | DW | 10.12.2017
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USA

Trump eröffnet in Mississippi trotz Protesten Bürgerrechtsmuseum

Im US-Bundesstaat Mississippi wurde ein Museum zum Gedenken an Opfer des weißen Rassismus eingeweiht. Präsident Trump sprach bei der Eröffnung und ließ sich auch von Boykottaufrufen und Protestaktionen nicht abschrecken.

USA Trump eröffnet Bürgerrechtsmuseum in Jackson - Proteste (Reuters/C. Allegri)

Aktivisten protestieren bei der Eröffnung des Museums gegen Rassismus

Begleitet von Kontroversen hat US-Präsident Donald Trump ein neues Bürgerrechtsmuseum in Jackson im Bundesstaat Mississippi besucht. Er kam am Eröffnungstag, sprach aber nicht bei der öffentlichen Einweihungszeremonie, sondern davor auf einer privaten Veranstaltung. In seiner Rede in Jackson im südlichen Bundesstaat Mississippi würdigte Trump die Sammlung des Museums, welche "die Unterdrückung, Grausamkeit und Ungerechtigkeit gegenüber der afroamerikanischen Gemeinde, den Kampf gegen die Sklaverei" widerspiegele. "Wir wollen, dass unser Land ein Ort ist, an dem jedes Kind jeglicher Herkunft frei von Angst und Hass und umringt von Liebe, Chancen und Hoffnung aufwachsen kann", sagte der Präsident. Zusammen mit dem Bürgerrechtsmuseum wurde auch das angrenzende Historische Museum von Mississippi eröffnet.

Mehrere schwarze Führungspersönlichkeiten boykottierten den Auftritt Trumps. Der afroamerikanische Kongressabgeordnete John Lewis, eine Ikone der Bürgerrechtsbewegung, sagte, die Teilnahme Trumps an der Eröffnung und dessen "schmerzhafte Politik" seien "eine Beleidigung für die Menschen, die in diesem Bürgerrechtsmuseum porträtiert werden". Der Republikaner habe wiederholt mit seinen Äußerungen und Handlungen die Ideale der Bürgerrechtsbewegung verhöhnt.

Auch der demokratische Abgeordnete Bennie Thompson aus Mississippi kam nicht zu der Veranstaltung. Der Bürgermeister der Stadt, Chokwe Antar Lumumba, warf Trump Heuchelei vor und blieb ebenfalls fern. Die Schwarzenorganisation NAACP lud zu einer eigenen Veranstaltung ein. In der Stadt Jackson gab es zudem Proteste gegen die Anwesenheit Trumps.

Stummer Protest gegen Rassismus

An der Eröffnungszeremonie nahmen etwa 25 schwarze und weiße Demonstranten teil, die sich auf den Mund Sticker mit der Bürgerkriegsflagge der Südstaaten geklebt hatten. Sie protestierten damit gegen den Fakt, dass das umstrittene Emblem der Konföderierten Staaten noch immer Teil der Flagge des Bundesstaates Mississippi ist. Die Protestaktion wurde angeführt von der Schauspielerin Aunjanue Ellis, die betonte, das Emblem auf der Flagge "beleidige" die Menschen, die das Bürgerrechtsmuseum gerade angeblich ehren solle.

USA Trump eröffnet Bürgerrechtsmuseum in Jackson (Reuters/K. Lamarque)

Präsident Trump schaut sich im neuen Bürgerrechtsmuseum in Jackson um

Der Präsident würdigte in seiner Rede die "Helden der Bürgerrechtsbewegung in Mississippi", ging aber nicht auf die Boykottaufrufe ein und hielt sich an die Redevorlage. Trumps Wahlkampf sowie sein erstes Amtsjahr waren von mehreren Kontroversen rund um die Rassismusdebatte in den USA geprägt. In die Kritik geriet Trump insbesondere wegen seiner Reaktion auf die rassistische Gewalt von Rechtsradikalen in Charlottesville im Bundesstaat Virginia im Sommer. Trump hatte damals eine Welle der Empörung ausgelöst, weil er rechtsextreme Angreifer und linke Gegendemonstranten lange gleichsetzte. Auf heftigen Widerstand stieß zudem seine Kampagne gegen Baseball-Stars, die beim Abspielen der Hymne der Vereinigten Staaten knien, um gegen Diskriminierungen von Schwarzen zu protestieren.

kle/hk (dpa, afp, ape)

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