Triumph für Sanders, Schlappe für Biden | Aktuell Amerika | DW | 12.02.2020
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US-Vorwahlen

Triumph für Sanders, Schlappe für Biden

Bernie Sanders ist der Sieger der Vorwahlen im US-Bundesstaat New Hampshire. Das Ticket als Präsidentschaftskandidat der Demokraten hat der Senator damit noch nicht, die Zahl der Konkurrenten wird aber kleiner.

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Sanders siegt in New Hampshire

Wer tritt im Herbst gegen Donald Trump an? Bei den US-Demokraten haben die Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur eine weitere Etappe hinter sich: die Vorwahl in New Hampshire. In dem eher kleinen Bundesstaat mit seinen 1,3 Millionen Einwohnern an der Ostküste der Vereinigten Staaten werden nur 24 Delegiertenstimmen vergeben, die beim entscheidenden Nominierungsparteitag im Sommer zum Tragen kommen. Um sich die Präsidentschaftskandidatur der Partei zu sichern, muss ein Bewerber fast 2000 Stimmen gewinnen.

Die Bedeutung der Abstimmung liegt daher vor allem in ihrer Signalwirkung zu Beginn des langen Vorwahlkampfs: Ein gutes Abschneiden in New Hampshire kann Kandidaten wichtigen Rückenwind geben, eine Niederlage kann dazu führen, dass die Parteispenden zurückgehen und Bewerber aufgeben müssen.

Sanders an Führungstrio-Spitze

Amy Klobuchar (Reuters)

Bewerberin Klobuchar: Moderate Kandidatin

Auf Platz Eins in New Hampshire mit rund 26 Prozent der Wählerstimmen landete der bekennende "demokratische Sozialist" und Senator aus Vermont, Bernie Sanders (78). Dicht gefolgt von einem 40 Jahre jüngeren Mann: Pete Buttigieg, ehemals Bürgermeister von South Bend, bekennender Christ und offen schwul. Er kam auf rund 24 Prozent. Auf Platz drei mit knapp 20 Prozent: die 59-jährige Senatorin Amy Klobuchar aus Minnesota, die als gemäßigt gilt. Mit deutlichem Abstand folgen der frühere Ex-Vizepräsident Joe Biden (77) und die linke Senatorin Elizabeth Warren (70) aus Massachusetts.

Zwei haben schon aufgegeben: Die Bewerber Andrew Yang und Michael Bennet erklärten ihren Ausstieg aus dem Rennen. Beide hatten schon bei der ersten Vorwahl in der vergangenen Woche in Iowa schwach abgeschnitten, auch in New Hampshire zeichneten sich für den Unternehmer Yang und den Senator Bennet schlechte Ergebnisse ab. Yang, der angetreten war, ohne einen politischen Hintergrund zu haben, überraschte politische Beobachter, indem er sich für TV-Debatten qualifizierte und sich länger im Wettbewerb hielt als erfahrene Politiker.

Stimmenauszählung in Chesterfield (picture-alliance/dpa/AP/The Brattleboro Reformer/K. Radder)

Stimmenauszählung in Chesterfield: Wichtiger Rückenwind

Die erste Vorwahl der Demokraten in Iowa war von einer technischen Panne bei der elektronischen Übermittlung von Ergebnissen überschattet worden. Nach letztem Stand setzte sich dort Pete Buttigieg mit dem hauchdünnen Vorsprung gegen Bernie Sanders durch. Weil die Ergebnisse einiger Wahlbezirke aber überprüft werden sollen, steht ein endgültiges Ergebnis noch aus. Ein ähnliches Debakel wird in New Hampshire nicht erwartet, da die Vorwahl dort wie eine normale Wahl mit Stimmzetteln ablief.

Super-Dienstag in drei Wochen

Die erste große Entscheidung, bei der es um Hunderte Delegiertenstimmen gehen wird, steht am 3. März an. Am sogenannten "Super Tuesday", dem Super-Dienstag, wird in mehr als einem Dutzend US-Bundesstaaten abgestimmt werden. Die Vorwahlen ziehen sich dann noch bis Juni hin. Anschließend küren beide Parteien ihren Präsidentschaftskandidaten offiziell. Die Präsidentenwahl ist für den 3. November angesetzt.

Bei den Republikanern gelten die Vorwahlen als Formsache: Präsident Donald Trump hat keine ernstzunehmende parteiinterne Konkurrenz.

AR/rb (rtr, afp, dpa)

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