Treffen auf Sylt: Geithner besucht Schäuble | Aktuell Wirtschaft | DW | 30.07.2012
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Aktuell Wirtschaft

Treffen auf Sylt: Geithner besucht Schäuble

Der Druck auf Deutschland wächst. Nun hat US-Finanzminister Geithner seinen deutschen Kollegen Schäuble sogar in dessen Urlaub besucht. Ein Treffen mit Symbolkraft oder ein ganz normaler Vorgang?

US-Finanzminister Timothy Geithner (rechts) bei Wolfgang Schäuble auf Sylt. Foto: Reuters

Deutschland USA Finanzminister Timothy Geithner bei Wolfgang Schäuble auf Sylt

Für eine gemeinsame Inseltour hat die Zeit dann nicht mehr gereicht - gerade mal eine Stunde saßen die beiden Finanzminister zusammen. Bei dem Treffen auf der Urlaubsinsel Sylt ging es vor allem um die Euro-Schuldenkrise.

Hinter den Kulissen wird gemunkelt, die USA seien nicht zufrieden mit der deutschen Krisenpolitik. So forderten die USA von Deutschland eine wesentlich aktivere Rolle, beispielsweise durch das klare Ja zum Aufkauf von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB). Jedenfalls fand das kurzfristig anberaumte Treffen auf Wunsch der Amerikaner an Schäubles Urlaubsort statt.

Die Verlautbarungen nach dem Treffen sprachen allerdings eine andere Sprache: Deutschland und die USA wollten zusammen mit Partnerländern bis zum Herbst die "politische Agenda zur weiteren Stabilisierung der Volkswirtschaften weltweit und in Europa voranbringen", heißt es in einer Mitteilung des deutschen Bundesfinanzministeriums. Beide lobten außerdem die Fortschritte nahezu aller EU-Krisenstaaten.

Dass es aber tatsächlich so harmonisch zur Sache ging, kann bezweifelt werden. Immerhin fordern die USA seit Monaten von den Euroländern entschiedenere Schritte gegen die Schuldenkrise. Die schlechte Lage in Europa macht auch der amerikanischen Wirtschaft zu schaffen. Geithner trifft zur Stunde noch mit EZB-Chef Mario Draghi in Frankfurt am Main zusammen.

Schelte auch von Juncker

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Schuldenkrise: Schäuble und Geithner‎ optimistisch

Vor Geithners Besuch bei Schäuble gab es noch Kritik an Deutschland von anderer Stelle. Euro-Grupenchef Jean-Claude Juncker warnte in der "Süddeutschen Zeitung" vor dem Zerfall der Währungsunion und mahnte schnelle Entscheidungen an. Deutschland erlaube sich den "Luxus, andauernd Innenpolitik in Sachen Euro-Fragen zu machen", bemängelte Juncker. So plädierten hohe Politiker für den Ausschluss Griechenlands aus dem Euro, ohne den Prüfbericht der Troika-Experten abzuwarten.

nm/ml (dpa, AFP)

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