Tragödie in Waisenhaus in Haiti | Aktuell Amerika | DW | 15.02.2020
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Karibik

Tragödie in Waisenhaus in Haiti

Viele Waisenhäuser in dem verarmten Karibikstaat sind in einem erbärmlichen Zustand. Ein Brand in einer dieser Unterkünfte wurde etlichen haitianischen Heimkindern nun zum Verhängnis.

Bei einem schweren Brand in einem Waisenhaus in Haiti sind mindestens 15 Kinder ums Leben gekommen, unter ihnen auch Babys. Das Unglück ereignete sich in Kenscoff, einem Vorort der Hauptstadt Port-au-Prince.

"Ich bin zutiefst erschüttert über den Tod der Kinder in dem Waisenhaus", schrieb Staatschef Jovenel Moïse auf Twitter. "Ich fordere die zuständigen Behörden dazu auf, die Ursachen dieser Tragödie zügig zu ermitteln."

Ohne Genehmigung

Das Waisenhaus sei von der evangelikalen Glaubensgemeinschaft "Church of Bible Understanding" aus den USA betrieben worden, heißt es. Mehrfach gab es Meldungen darüber, dass die Einrichtung nicht verantwortungsvoll geführt werde. Der Träger des Heims hätten schon seit dem Jahr 2013 keine behördliche Genehmigung mehr gehabt, sagte die Gemeinderichterin von Kenscoff, Raymonde Jean Antoine.

Haiti Feuer in Waisenhaus (Getty Images/AFP/C. Khanna)

In dem Waisenhaus lebten die Kinder in kleinen Zimmern mit Stockbetten

In dem heruntergekommenen Heim habe es nur einen benutzbaren Ausgang gegeben, berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP. Offenbar benötigten die Rettungskräfte zudem mehr als eine Stunde, um zur Unglücksstelle zu gelangen.

In Haiti werden immer wieder Kinder von ihren Familien in Waisenhäuser gegeben, weil diese sich nicht in der Lage sehen, sich selbst um sie zu kümmern. Der Karibikstaat gilt als das ärmste Land der westlichen Hemisphäre.

wa/ml (dpa, afp)

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