Tränengas gegen Frauen-Proteste in Istanbul | Aktuell Europa | DW | 25.11.2019
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Türkei

Tränengas gegen Frauen-Proteste in Istanbul

Etwa 2000 Demonstrantinnen hatten sich zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen versammelt. In Agenturberichten heißt es, die Polizei habe auch Plastikgeschosse eingesetzt, um die Kundgebung aufzulösen.

Einige der Teilnehmerinnen, die über die zentrale Einkaufsstraße Istikla zogen, hielten Schilder mit Namen von Frauen hoch, die in der Türkei getötet wurden. Sie gehe gegen "die Feinde der Frauen" und für ein "Ende des Mordens an Frauen" auf die Straße, sagte die Lehrerin Ayse Baykal. Die 25-jährige Ozge Cekcen beklagte, die Mordrate an Frauen in der Türkei sei "drastisch gestiegen". Über das Thema werde jedoch in der Öffentlichkeit geschwiegen.

Der Täter ist oft der eigene Mann

Gewalt gegen Frauen ist in der Türkei ein verbreitetes Problem. Nach Angaben der Plattform "Wir werden Frauenmorde stoppen" wurden im vergangenen Jahr 440 Frauen von Männern getötet - in mehr als einem Viertel der Fälle waren die Ehepartner die Täter. Frauenrechtsgruppen machen der türkischen Justiz dabei große Vorwürfe. Täter, die der Gewalt an Frauen überführt worden seien, würden zu milde bestraft, heißt es immer wieder.

Im August hatte der Mord an Emine Bulut für großes Aufsehen gesorgt. Ihr Ex-Mann hatte die Frau vor den Augen ihrer zehnjährigen Tochter in einem Restaurant im zentralanatolischen Kirikkale erstochen. Der Täter wurde inzwischen zu lebenslanger Haft verurteilt.

haz/jj (afp, dpa)

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