Tränengas gegen Demonstranten in Istanbul | Aktuell Europa | DW | 13.09.2013
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Aktuell Europa

Tränengas gegen Demonstranten in Istanbul

In den vergangenen Wochen schien es so, als würde sich die türkische Protestbewegung gegen Regierungschef Erdogan verlaufen. Doch nun liefern sich Polizei und Regierungskritiker wieder heftige Straßenschlachten.

In der türkischen Millionenmetropole Istanbul hat es den dritten Tag in Folge Massenproteste gegen die Gewalt der Sicherheitskräfte gegeben. Im Bezirk Kadiköy ging Bereitschaftspolizei in der Nacht zum Freitag mit Wasserwerfern und Tränengas gegen mehrere tausend Demonstranten vor, die sich vor einem Büro der Regierungspartei AKP des islamisch-konservativen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan versammelt hatten. Mehrere Menschen wurden laut Augenzeugen festgenommen.

Zusammenstöße auch in Ankara

Am Tag zuvor war es in dem Bezirk bereits zu Ausschreitungen gekommen, bei denen einige Menschen verletzt wurden. Nach Berichten türkischer Medien kam es am Donnerstagabend auch in der Hauptstadt Ankara und in Antakya im Süden des Landes zu Zusammenstößen zwischen Protestierenden und Polizisten.

Ein Demonstrant auf einem Müllkontainer in Istanbul (Foto: AFP/Getty Images)

Die Wut auf Regierung und Polizeiapparat ist groß

Der Tod eines jungen Mannes am Montag im südtürkischen Antakya hatte die Wut der Bevölkerung auf Regierung und Sicherheitsapparat neu entfacht. Augenzeugen und Verwandte des 22-Jährigen hatten angegeben, er sei von einer Tränengaspatrone am Kopf getroffen worden. Das Innenministerium in Ankara sieht dagegen keine Schuld bei den Sicherheitskräften und teilte mit, der Mann sei vom Dach eines Gebäudes gestürzt, von dem er zuvor Steine auf Polizisten geworfen habe.

Die Protestwelle in der Türkei hatte sich Ende Mai an der gewaltsamen Räumung eines Lagers entzündet, mit dem die Bebauung des Gezi-Parks am Rande des zentralen Taksim-Platzes in Istanbul verhindert werden sollte. Kurz darauf erfassten die Demonstrationen weite Teile des Landes. Sie richteten sich nun vor allem gegen das gewaltsame Vorgehen der Polizei und einen als immer autoritärer empfundenen Regierungskurs Erdogans. Fünf Menschen wurden dabei im Juni getötet.

se/nem (afp, dpa)

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