Tourismusforscher: Reisekatalog wird kein Auslaufmodell trotz Internet | DW Reise | DW | 02.05.2018
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Reise

Tourismusforscher: Reisekatalog wird kein Auslaufmodell trotz Internet

Welche Zukunft hat der Reisekatalog angesichts der Konkurrenz durch das Internet? Tourismusforscher Martin Lohmann rechnet damit, dass das gedruckte Exemplar auch künftig eine Existenzberechtigung hat.

Bei der Suche nach dem Wunschziel für die schönsten Wochen des Jahres nutzen Urlauber nach wie vor Kataloge und Prospekte laut Angaben der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR). "Denn die Informationsfülle im Internet ist überwältigend", sagte Tourismusforscher Martin Lohmann.

Martin Lohmann, wissenschaftlicher Berater Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (picture-alliance/dpa/C. Schmidt)

Martin Lohmann

"Es wird aber sicher eine größere Vielfalt geben. Der Trend geht zu schlankeren und kostengünstigeren Katalogen", erläuterte der Geschäftsführer des Instituts für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa (NIT). Neben dem Klassiker mit allen Infos werde es noch mehr ausgewählte Informationen für bestimmte Zielgruppen geben - bis hin zu einem persönlichen Exemplar. Dabei erhält der Urlauber nach einem ersten Gespräch im Reisebüro innerhalb weniger Tage eine für ihn gedruckte Variante mit seinen Wunschreisezielen. "Die Wahrscheinlichkeit einer Buchung ist relativ hoch, weil der Kunde genau auf ihn zugeschnittene Informationen bekommt", so Lohmann.

Nach Angaben der FUR nutzen Sonnenhungrige zur Inspiration und Information verschiedene Quellen - online und offline. Reisekataloge und Prospekte zählten mit 31 Prozent zu den Top 10, gefolgt von der Beratung im Reisebüro (26 Prozent), sowie von Websites für Unterkünfte und Ziele (jeweils 23 Prozent). Tendenziell lassen sich jüngere Urlauber den Angaben zufolge bei der Wahl ihres Reiseziels allerdings stärker im Internet inspirieren als ältere.

Reisekataloge (picture-alliance/dpa/R. Weihrauch)

Reisekataloge geben immer noch Orientierung bei der Reiseplanung

Die FUR untersucht für ihre Reiseanalyse das Reiseverhalten der Deutschen seit 48 Jahren. Für das Reiseverhalten insgesamt wurden mehr als 12.000 Menschen online und in persönlichen Interviews befragt, die Ergebnisse sind nach Angaben der Forschungsgemeinschaft repräsentativ.

is/ch (dpa)

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