Tour-de-France-Zuschauerin nach Massensturz festgenommen | Sport | DW | 30.06.2021
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Radsport

Tour-de-France-Zuschauerin nach Massensturz festgenommen

Mit einem Pappschild hatte eine Frau bei der ersten Etappe des Radrennens einen Massensturz verursacht. Nun ist sie laut Berichten französischer Medien in Polizeigewahrsam.

Tour de France Allez Omi Opi Crash

Eine Zuschauerin hält bei dem Radrennen einen Karton in die Fahrbahn

Vier Tage nach einem schweren Massensturz auf der ersten Etappe des Tour-de-France-Radrennens ist die mutmaßliche Verursacherin von der Polizei in Gewahrsam genommen worden. Das berichten mehrere französische Medien unter Berufung auf Polizeikreise sowie die Bezirksstaatsanwältin der bretonischen Stadt Brest. Ihr wird vorsätzliche Gefährdung der öffentlichen Sicherheit vorgeworfen. Laut Nachrichtenagentur Reuters handelt es sich um eine 30-jährige Französin.

Auf Fernsehbildern ist zu sehen, wie die Frau ein Pappschild mit der Aufschrift "Allez Opi Omi!" (Vorwärts, Opa und Oma!) in Richtung der Kamera hielt und dabei offenbar die sich in dichter Formation nähernden Sportler nicht im Blick hatte. Der deutsche Radprofi Tony Martin streifte das Schild, das in die Fahrbahn hineinragte und verlor so die Balance. Martin und zahlreiche dicht auffahrende Sportler stürzten daraufhin. Die Frau soll kurz nach dem Sturz das Weite gesucht haben.

Tour de France 1. Etappe Tony Martin verletzt

Der deutsche Radrennfahrer Tony Martin mit Verletzungen nach dem Massensturz

Die zahlreichen schweren Stürze gleich zu Beginn der Frankreich-Rundfahrt hatten eine Diskussion über die Sicherheit der Fahrer ausgelöst. Einige von ihnen forderten, auf breitere Straßen mit weniger Verkehrsinseln, Kreisverkehren und Bodenwellen auszuweichen. "Die Orte sind dafür ausgelegt, dass Autos mit 30 km/h hindurchfahren - und dann kommt die Tour mit 180 Fahrradfahrern, die mit 60 km/h durchbrettern", sagte Pascal Chanteur, der als ehemaliger Radprofi heute die Interessen von Fahrern bei der Tour vertritt.

Beim ersten Einzelzeitfahren der 108. Tour de France spielten auch die Sturzverletzungen eine Rolle: Der viermalige Zeitfahr-Weltmeister Martin ging nicht ans Limit, auch der Slowene Primoz Roglic schien noch nicht wieder ganz in Topform zu sein. Stattdessen gewann Roglics Landsmann und Titelverteidiger Tadej Pogacar. Das gelbe Trikot des Gesamtführenden trug auch nach Zieleinfahrt in Lawal der Niederländer Mathieu van der Poel.

ehl/kle (afp, rtr, dpa)

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