Tote und Verletzte bei Anschlägen in Afghanistan | Aktuell Welt | DW | 31.07.2018
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Terror

Tote und Verletzte bei Anschlägen in Afghanistan

Wenn im Herbst Parlamentswahlen in Afghanistan stattfinden, könnte das die Extremisten eher schwächen. Vielleicht ist das ein Grund für die immer neuen Anschläge in dem Land. Wieder gab es Tote und Verletzte.

Bewaffnete haben in der ostafghanischen Provinzhauptstadt Dschalalabad ein Regierungsgebäude gestürmt. Nach Behördenangaben gab es mindestens zwei Explosionen, bevor die Angreifer auf das Gelände des Flüchtlingsamts vordrangen. Die Angreifer nahmen mehrere Geiseln. Zeugen zufolge sprengte sich einer der Attentäter am Eingang in die Luft, während zwei weitere in das Gebäude eindrangen. Mindestens 15 Menschen wurden getötet, die meisten von ihnen sind Zivilisten.

Laut einem Mitglied des Provinzrates saßen zeitweilig rund 40 Menschen in dem Gebäude fest, in dem ein Feuer ausbrach. Es waren Schüsse und die Explosion von Handgranaten zu hören. Schwarze Rauchwolken standen über der Stadt. Der Provinzregierung zufolge ereignete sich der Angriff während eines Treffens mit privaten Hilfsorganisationen zu Flüchtlingsfragen. Sicherheitskräfte sperrten das Gebiet ab. In der Nähe befinden sich auch die Büros zahlreicher internationaler Organisationen. Es war bereits der zweite Anschlag innerhalb weniger Stunden an diesem Tag.

Zuvor hatte eine Bombe einen Reisebus getroffen; dabei wurden mindestens acht Menschen getötet. Der Sprengsatz sei von den Taliban deponiert worden, um Sicherheitskräfte zu treffen. Stattdessen sei ein Reisebus getroffen worden, sagte ein Polizeisprecher der westafghanischen Provinz Farah der Nachrichtenagentur AFP. Diesen Angaben zufolge gab es etwa 40 Verletzte, vor allem Frauen und Kinder.

Afghanistan Anschlag in Jalalabad (Reuters/Parwiz)

Sicherheitskräfte am Ort des Anschlages in Dschalalabad

Explosion im Distrikt Bala Baluk 

Der Bus war von der westafghanischen Stadt Herat in Richtung der Hauptstadt Kabul unterwegs, als die Bombe im Distrikt Bala Baluk explodierte, wie ein Sprecher des Provinzgouverneurs erklärte. Eine Bestätigung, dass es sich um einen Anschlag der Taliban handelte, gab es zunächst nicht. Die radikalislamische Gruppe ist jedoch in der Provinz sehr aktiv.

Zivilisten leiden seit vielen Jahren besonders unter dem Konflikt in Afghanistan. Vor zwei Wochen hatte die UN-Mission in dem Land mitgeteilt, dass die Zahl der getöteten Zivilpersonen zwischen Januar und Juni mit 1692 Opfern einen neuen Höchststand erreichte. Im Herbst stehen am Hindukusch Parlamentswahlen an. Die Taliban und die IS-Miliz wollen alles daran setzen, die Wahlen zu sabotieren.

Unterdessen gab die Wahlkommission in Kabul bekannt, dass sechs Monate nach der Parlamentswahl im Oktober die Wahl des neuen Präsidenten stattfinden soll. Das wäre dann im April 2019.

ml/jj/sam (afp, rtr)

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