Tote und Hunderte Festnahmen bei Schiiten-Protesten in Nigeria | Aktuell Afrika | DW | 31.10.2018
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Westafrika

Tote und Hunderte Festnahmen bei Schiiten-Protesten in Nigeria

Nigerianische Soldaten sollen einer muslimischen Gruppe zufolge bei Protesten 48 Schiiten getötet haben. Die Armee spricht von nur sechs Toten - und hält mehr als 400 Demonstranten fest. 

Anhänger der Islamischen Bewegung Nigerias in der Hauptstadt Abuja (Reuters/A. Achirga)

Anhänger der Islamischen Bewegung Nigerias in der Hauptstadt Abuja

Bei Protesten einer schiitischen Glaubensvereinigung in Nigeria hat die Polizei mehr als 400 Mitglieder der Gruppe festgenommen. Den Demonstranten werde Waffenbesitz und Teilnahme an gewaltsamen Protesten vorgeworfen, erklärte der leitende Polizeibeamte Bala Ciroma in der Hauptstadt Abuja. 

Bei Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften waren nach Angaben der Schiiten von der "Islamischen Bewegung Nigerias" seit Samstag mehr als 48 Menschen ums Leben gekommen. Das Militär gab die Zahl der Todesopfer dagegen mit sechs an.

Fahrzeuge der Sicherheitskräfte am Rand einer Demonstration der Islamischen Bewegung Nigerias in Abuja (Reuters/A. Achirga)

Fahrzeuge der Sicherheitskräfte am Rand einer Demonstration der Islamischen Bewegung Nigerias in Abuja

Die Schiiten sind Anhänger des 2015 inhaftierten pro-iranischen Geistlichen Ibrahim Zakzaky. Es ist unklar, was ihm vorgeworfen wird, er wurde nicht angeklagt. Bei Protesten nach seiner Festnahme wurden Menschenrechtlern zufolge in der nördlichen Stadt Zaria Hunderte seiner Anhänger von Sicherheitskräften getötet. 

Die meisten nigerianischen Muslime sind Sunniten. Angehörige der schiitischen Minderheit fühlen sich häufig von den Sunniten unterdrückt. Der ölreiche westafrikanische Staat Nigeria ist mit knapp 200 Millionen Menschen das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Schätzungen gehen davon aus, dass es in Nigeria ungefähr genauso viele Muslime wie Christen gibt. 

stu/kle (dpa, rtr)

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