Tote nach Schüssen in Tschechien | Aktuell Europa | DW | 10.12.2019
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Fahndung

Tote nach Schüssen in Tschechien

Bei einem bewaffneten Angriff in einem Krankenhaus in Osttschechien sind mehrere Menschen erschossen worden. Der mutmaßliche Schütze nahm sich später auf der Flucht das Leben. Der Hintergrund gibt Rätsel auf.

Im osttschechischen Ostrava (Ostrau) sind sechs Menschen durch Schüsse in einem Krankenhaus getötet worden. Das bestätigte Ministerpräsident Andrej Babis im öffentlich-rechtlichen Fernsehen CT. Er sprach von einer "großen Tragödie". Auf Twitter sprach er den Familien der Opfer sein Beileid aus.

Der mutmaßliche Schütze habe in einem Warteraum der Universitätsklinik das Feuer auf Patienten eröffnet und "aus nächster Nähe auf den Kopf oder Hals" seiner Opfer gezielt, so Babis weiter. Danach floh er mit dem Auto. Nach Polizeiangaben erschoss sich der 42-Jährige, als sich Beamte seinem Fahrzeug näherten. 

"Wir wissen nicht, was die Motive dieses Menschen waren", sagte Babis im TV. Er gehe davon aus, dass es die Tat eines möglicherweise psychisch kranken Einzeltäters gewesen sei und keine allgemeine Bedrohungslage in Tschechien vorliege.

Karte Tschechien Ostrava DE

Auch die Ermittler können bislang keine Angaben zum Hintergrund der Gewalttat im Universitätsklinikum von Ostrava machen. Tschechiens Innenminister Jan Hamacek und Regierungschef Babis sagten alle Termine ab und machten sich auf den Weg nach Ostrava.

Nach Angaben der Klinik handelt es sich bei den Opfern um Patienten der Erstversorgungsambulanz der Traumatologie. Krankenhausdirektor Jiri Havrlant zufolge wurden die Opfer aus nächster Nähe erschossen. Dabei handelte es sich um vier Männer und zwei Frauen. Fünf Menschen seien sofort tot gewesen, eine Person sei während einer Notoperation gestorben. Zwei weitere Menschen seien schwer verletzt worden. Ärzte seien nicht unter den Opfern.

Augenzeugen berichteten, dass sie Schüsse aus dem Bereich der Notaufnahme gehört hätten. Mitarbeiter der Klinik wurden angewiesen, ihre Abteilungen nicht zu verlassen. "Wir sind alle nervös", sagte eine Medizinerin der Agentur CTK. Das Krankenhaus war geschlossen, es wurden keine neuen Patienten aufgenommen. Auch das angrenzende Universitätsgelände wurde abgeriegelt.

Die Verwaltungsregion Mährisch-Schlesien setzte einen Krisenstab ein. Ostrava ist mit rund 290.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Tschechiens und Verwaltungszentrum der mährisch-schlesischen Region. Die Stadt liegt an der Nordostgrenze Tschechiens, zehn Kilometer südwestlich von Polen und 50 Kilometer nordnordwestlich der Grenze zur Slowakei.

Die Deutsche Welle berichtet zurückhaltend über das Thema Suizid, da es Hinweise darauf gibt, dass manche Formen der Berichterstattung zu Nachahmungsreaktionen führen können. Sollten Sie selbst Selbstmordgedanken hegen oder in einer emotionalen Notlage stecken, zögern Sie nicht, Hilfe zu suchen. Wo es Hilfe in Ihrem Land gibt, finden Sie unter der Website www.befrienders.org In Deutschland hilft Ihnen die Telefonseelsorge unter den kostenfreien Nummern 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222. 

stu/AR (dpa, rtr)