Tote nach Autobombenanschlag in Syrien | Aktuell Nahost | DW | 14.10.2013
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Aktuell Nahost

Tote nach Autobombenanschlag in Syrien

Die in einer Rebellenhochburg explodierte Bombe tötete mindestens 20 Menschen. Trotz der prekären Lage will das Rote Kreuz in Syrien weiter helfen. Drei seiner am Sonntag entführten Mitarbeiter kamen wieder frei.

Bei der Explosion einer Autobombe sind in der nordsyrischen Stadt Darkusch mindestens 20 Menschen getötet worden. Wie die oppositionsnahe Beobachtungsstelle für Menschenrechte weiter mitteilte, wurden etliche Menschen durch die Detonation verletzt. Darkush liegt in der Provinz Idlib und wird von Rebellen kontrolliert. Die Stadt liegt etwa zwei Kilometer von der türkischen Grenze entfernt.

Die in Großbritannien ansässige Gruppe, die die Gewaltakte im syrischen Bürgerkrieg registriert, hat ein enges Netz von Informanten im ganzen Land. Seit Beginn des Aufstands gegen Staatschef Baschar al-Assad im März 2011 wurden in Syrien laut der Beobachtungsstelle mehr als 115.000 Menschen getötet.

Fahrzeuge des Roten Kreuzes in Syrien (Foto: Ammar Abd Rabbo/ABACAPRESS.COM)

Fahrzeuge des Roten Kreuzes in Syrien

Rotes Kreuz will trotz Entführungen weiter helfen

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) will seine Arbeit in dem Bürgerkriegsland fortsetzen. "Wir sind fest entschlossen, die syrische Bevölkerung in dieser extrem schwierigen Zeit zu unterstützen", sagte IKRK-Sprecher Ewan Watson dem Schweizer Sender RTS. "Wir haben nicht die geringste Absicht, unsere Aktivitäten in Syrien zu beenden." Die Einsätze vor Ort müssten aber genauer unter die Lupe genommen werden. Die Sicherheit der Mitarbeiter sei von entscheidender Bedeutung, damit die Hilfe bei der Bevölkerung ankomme.

Am Sonntag waren in der nordwestsyrischen Provinz Idlib sechs Rotkreuz-Mitarbeiter und ein syrischer Kollege vom Roten Halbmond von bewaffneten Männern verschleppt worden. Inzwischen kamen drei der Mitarbeiter wie auch der Angehörige des Roten Halbmonds wieder frei, wie das IKRK in Genf mitteilte. Das IKRK hat in Syrien rund 30 ausländische und rund 120 einheimische Mitarbeiter.

Syrien offizielles Mitglied der Organisation für das Verbot der Chemiewaffen

Syrien ist an diesem Montag der Chemiewaffen-Konvention beigetreten. Die mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) in Den Haag hat das Land als 190. Mitgliedsstaat aufgenommen.

Der internationale Vertrag verbietet unter anderem die Entwicklung, Herstellung, den Besitz und den Einsatz chemischer Waffen. Syriens Beitritt zur Chemiewaffen-Konvention fand auf internationalen Druck statt. Das Regime von Präsident Baschar al-Assad wird beschuldigt, Mitte August bei Damaskus Giftgas gegen die Bevölkerung eingesetzt zu haben.

Ein Team von 60 Mitarbeitern der OPCW und der UN überwacht bereits seit dem 1. Oktober in Damaskus die Zerstörung.

Die Bundeswehr hat unterdessen mit der Ausbildung von Inspekteuren für die geplante Vernichtung aller Chemiewaffen in Syrien begonnen. Die 24 Experten von der OPCW nehmen seit diesem Montag an einem einwöchigen Lehrgang in Hammelburg (Bayern) teil, wie das Verteidigungsministerium in Berlin mitteilte. Sie sollen dort lernen, wie sie in Konfliktgebieten auf kritische Situationen reagieren können.

sti/as/re (dpa, afp, rtr, epd)