Tote bei Protesten in Lagos | Aktuell Afrika | DW | 21.10.2020
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages
Anzeige

Nigeria

Tote bei Protesten in Lagos

Die größte Stadt Nigerias kommt nicht zur Ruhe. Eine Protestaktion gegen Polizeigewalt endet mit tödlichen Schüssen. Die Regierung kündigt eine Untersuchung an.

Nigeria Unruhen wegen Ausgangssperren in Lagos

Sicherheitskräfte und Demonstranten in Lagos

Bei einem Polizeieinsatz gegen Demonstranten in Lagos sind nach unbestätigten Berichten mehrere Menschen getötet worden. Die Nachrichtenagentur Reuters meldet unter Berufung auf Zeugen, mindestens zwei Menschen seien Schussverletzungen erlegen. Der Sender BBC berichtet unter Berufung auf örtliche Medien sogar von mehr als 10 Todesopfern.

Amnesty International spricht auf Twitter von "glaubwürdigen, aber verstörenden Hinweisen auf exzessive Gewaltanwendung", die zum Tode von Demonstranten an der Lekki-Mautstelle im Großraum Lagos geführt habe. Die Menschenrechtsorganisation erinnert daran, dass der Einsatz tödlicher Gewalt nur in Extremfällen erlaubt sei.

Die Provinzregierung bestätigte Hinweise auf eine Schießerei. Gouverneur Babajide Sanwo-Olu erklärte, es habe 25 Verletzte gegeben. Einige von ihnen besuchte er im Krankenhaus. Sanwo-Olu kündigte eine Untersuchung des Vorfalls an.

24-stündige Ausgangssperre

Die Behörden hatten am Dienstag eine 24-stündige Ausgangssperre über Lagos und das Umland der Millionenmetropole verhängt. Dennoch weigerten sich nach bisherigen Erkenntnissen Demonstranten in der Vorstadt Lekki, eine besetzte Mautstelle zu verlassen und die Sperrstunde einzuhalten. In sozialen Medien hieß es, die Polizei habe das Feuer auf die Demonstranten eröffnet.

Nigeria Unruhen wegen Ausgangssperren in Lagos

Protest trotz Ausgangssperre in der Millionenmetropole Lagos

In mehreren Regionen Nigerias gibt es seit Tagen Proteste gegen unverhältnismäßigen Gewalteinsatz durch Sicherheitskräfte. Zunächst richteten sich die Kundgebungen gegen die Spezialeinheit SARS, die für ihre Brutalität berüchtigt ist. Amnesty schreibt in einem Bericht, SARS sei für mindestens 82 Fälle von Folter, Misshandlung und außergerichtlicher Hinrichtung verantwortlich, die zwischen 2017 und 2020 dokumentiert wurden. Nigerias Präsident Muhammadu Buhari kündigte inzwischen an, die Einheit werde aufgelöst. Die vorwiegend jugendlichen Demonstranten verlangen jedoch weitergehende Polizeireformen.

jj/se (dpa, afp, rtr, epd, ap)

Die Redaktion empfiehlt