Tote bei Protesten in Chile | Aktuell Amerika | DW | 20.10.2019
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Chile

Tote bei Protesten in Chile

Bei den heftigen Protesten in Chiles Hauptstadt sind drei Menschen gestorben. Staatschef Piñera hatte zwar eine Tariferhöhung für Santiagos U-Bahn zurückgenommen. Zugleich ließ er aber eine Ausgangssperre verhängen.

Chile Protest (Reuters/R. Garrido)

Die Feuerwehr bekämpft einen Brand in der Stadt Valparaíso

"Wir müssen berichten, dass drei Menschen bei einem Brand in einem Supermarkt getötet worden sind", sagte die Bürgermeisterin der chilenischen Hauptstadt, Karla Rubilar. Sie starben in einem brennenden Supermarkt in der Hauptstadt Santiago de Chile, der in der Nacht zum Sonntag geplündert worden war. Zwei Frauen waren sofort tot, ein Mann erlag im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen, sagte die Bürgermeisterin weiter.

Die Proteste, bei denen es immer wieder zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften kommt, hatten sich vor knapp einer Woche entzündet, als die Fahrpreise der U-Bahn von 800 auf 830 Pesos angehoben wurden - das entspricht umgerechnet einer Erhöhung um vier Euro-Cent.

Chile Protest (AFP/J. Torrest)

Bei den Protesten in Chile gegen höhere Fahrpreise wurden viele Metrostationen und Züge in Brand gesetzt

Ausgangssperre erstmals seit 1990

Bei den Demonstrationen in den vergangenen Tagen hatte es mehrere Brandanschläge auf U-Bahn-Stationen gegeben. Als Reaktion darauf wurde eine Ausgangssperre in der chilenischen Hauptstadt verhängt. Es ist die erste in Chile seit Wiederherstellung der Demokratie im Jahre 1990.

In der Hauptstadt waren am Samstag erneut U-Bahn-Züge und Busse in Brand gesetzt worden. Die Protestwelle weitete sich auf die Städte Valparaíso, Concepción und Viña del Mar aus. Neben der Fahrpreiserhöhung in Santiago hat auch eine landesweite Erhöhung der Stromtarife den Unmut der Bevölkerung angeheizt.

Amtsübernahme von Chiles Präsident Pinera (picture-alliance/dpa/P.S.Piñera)

Chiles Präsident Piñera ist seit 2018 im Amt

Zerstörungen kosten hunderte Millionen

Besonders schwere Ausschreitungen hatte es am Freitag gegeben. Dabei waren nach den Worten von Präsident Sebastián Piñeras 78 U-Bahn-Stationen zerstört oder beschädigt worden. Ein Vertreter der U-Bahn-Verwaltung schätzte die Schäden auf 200 Millionen Dollar. Der gesamte U-Bahn-Verkehr auf dem etwa 140 Kilometer langen Streckennetz wurde eingestellt. Es sei nicht zu erwarten, dass der Dienst am Montag wieder aufgenommen werden könne, erklärte eine Sprecherin des Unternehmens.

Insgesamt wurden nach Behördenangaben mehr als 300 Menschen festgenommen, die Polizei beklagte rund 150 verletzte Beamte. In Santiago wurde der Unterricht an Schulen für Montag ausgesetzt. Fußballspiele und Konzerte wurden in der Hauptstadt am Wochenende vertagt. Kaufhäuser blieben geschlossen.

/jvhaz/ml (dpa, ap, afp)

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