Tote bei Gasunglück in indischer Chemiefabrik | Aktuell Asien | DW | 07.05.2020
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Indien

Tote bei Gasunglück in indischer Chemiefabrik

Mindestens elf Menschen, darunter ein Kind, sind nach einem Gasleck in einem LG-Werk im Bundesstaat Andhra Pradesh gestorben. Weitere 800 Personen wurden mit Atembeschwerden und Augenproblemen in Kliniken gebracht.

Anwohner in einem Radius von drei Kilometern um die Chemiefabrik in der Hafenstadt Visakhapatnam im südindischen Bundesstaat Andhra Pradesh seien zudem in Sicherheit gebracht worden, teilte ein Polizeisprecher mit. Das Gas, das häufig bei der Produktion von Plastik eingesetzt werde, sei mitten in der Nacht ausgetreten, sagte der Chef der nationalen Katastrophenschutzbehörde dem Fernsehsender NDTV. Die Leute hätten wohl den unangenehmen Geruch bemerkt. Am Morgen habe der Austritt gestoppt werden können. Indiens Premier Narendra Modi twitterte, er bete für die Sicherheit und das Wohl aller in der Stadt.

Erinnerungen an schweres Chemieunglück

Die zuständige Verwaltung forderte die Bürger auf, mit nassen Masken oder Tüchern Mund und Nase zu schützen sowie ihre Häuser nicht zu verlassen. Auf Twitter veröffentlichte Bilder zeigten Rettungsdienste wie Polizisten, Feuerwehr, Krankenwagen vor Ort. 

Indien Chemieunfall bei Visakhapatnam (Foto: AFP)

Der südkoreanische Konzern stellt Polymere für Spielzeug her

Die Fabrik gehört laut Verwaltung zur südkoreanischen Firma LG Chemicals. Sie stellte laut NDTV Plastik her, das für Konsumgüter wie Spielsachen verwendet wird. Das Unternehmen teilte mit, das Gasleck sei unter Kontrolle. Es werde an der Aufklärung des tödlichen Unglücks gearbeitet. Das Einatmend des Gases könnte dem Unternehmen nach zu Übelkeit und Benommenheit führen.

1984 passierte in Indien eine der schlimmsten Chemiekatastrophen der Geschichte. Damals entwichen aus einer Pestizid-Fabrik in Bhopal Tonnen der hochgiftigen Verbindung Methylisocyanat und legten sich wie eine Decke über die Stadt. Nach Angaben von Menschenrechtlern starben mehr als 20 000 Menschen, Hunderttausende erkrankten.

sam/sti (afp, dpa, rtr)

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