Tote bei Explosionen in Kabul | Aktuell Asien | DW | 21.11.2020
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Afghanistan

Tote bei Explosionen in Kabul

Bei einer Serie von Explosionen in der afghanischen Hauptstadt hat es mehrere Tote gegeben. Möglicherweise besteht ein Zusammenhang mit einem angekündigten Treffen von US-Außenminister Pompeo mit den Taliban.

Die Explosionen ereigneten sich in dicht besiedelten Gebieten Kabuls nahe der zentralen Grünen Zone und in einem nördlichen Stadtteil. Das berichteten Journalisten der Nachrichtenagentur AFP. Ein Polizeisprecher erklärte, mehrere Raketen seien auf das stark gesicherte Botschaftsviertel abgefeuert worden.

In der Grünen Zone, einem Hochsicherheitsbereich in der afghanischen Hauptstadt, und ihrer Umgebung waren demnach Alarmsirenen von Botschaften und Geschäften zu hören. In Online-Netzwerken kursierten nicht verifizierte Fotos von mindestens zwei Gebäuden, die offenbar von Raketen beschädigt worden waren.

Afghanistan Raketenangriff auf Kabul

Die Raketen trafen vor allem Häuser von Zivilisten, hier im Nordwesten von Kabul

Das Innenministerium teilte mit, es hätten 23 Granaten überwiegend in Wohngebieten eingeschlagen. Dabei seien mindestens acht Menschen getötet und 31 weitere verletzt worden. 

Kabul kommt nicht zur Ruhe

Im August hatte ein ähnlicher Angriff Kabul erschüttert. Damals schlugen mehr als ein Dutzend Raketen ein, es gab Tote und Verletzte. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) reklamierte den Angriff für sich. So auch dieses Mal. "Kämpfer des Kalifats" hätten mit "Katjuscha-Raketen" auf die Grüne Zone gezielt, teilte der IS über seine Kanäle im Messenger-Dienst Telegram mit. 

Trotz der Aufnahme innerafghanischer Friedensgespräche zwischen den militant-islamistischen Taliban und der Regierung geht der Konflikt im Land weiter.

Katar Ankunft US-Außenminister Pompeo in Doha

US-Außenminister Mike Pompeo (2.v.r.) bei der Ankunft in Doha, Katar

Pompeo redet mit Taliban

Vor den Explosionen hatte US-Außenminister Mike Pompeo angekündigt, bei einem Besuch in Katar auch mit der Verhandlungsdelegation der Taliban sprechen zu wollen. Ob die Granatenangriffe damit in Zusammenhang stehen, ist bislang nicht bekannt.

US-Präsident Donald Trump will kurz vor seinem Ausscheiden aus dem Amt offenbar den Abzug der US-Truppen aus Afghanistan vorantreiben. Bis zum 15. Januar sollen rund 2000 der derzeit rund 4500 US-Soldaten das Land verlassen. Kritiker warnen, ein übereilter Abzug der US-Armee stärke die Taliban in Afghanistan.

mak/sti (afp, ap, dpa, rtr)

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