Tote bei Ausschreitungen von Fußballfans in Honduras | Aktuell Amerika | DW | 18.08.2019
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Gewalt im Fußball

Tote bei Ausschreitungen von Fußballfans in Honduras

Bei einer Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden Ultras in der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa sind vor einem Fußball-Derby mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Sieben weitere wurden verletzt.

Nach Polizeiangaben kam es bei einem Derby zwischen dem Club Olimpia Deportivo und dem Futbol Club Motagua zu den Ausschreitungen, nachdem der Mannschaftsbus vom Futbol Club Motagua vor dem Nationalstadion angegriffen worden war. Eine Person mit drei Feuerwaffen sei in der Nähe des Stadions festgenommen worden. Das Sicherheitsministerium bestätigte den Busangriff und erklärte, dass die Täter Trikots von Olimpia trugen. 

Honduras Tegucigalpa Unruhen vor Tiburcio Carias Andino-Stadion (AFP/O. Sierra)

Rettungskräfte versorgen die Verletzten nach den Ausschreitungen vor dem Tiburcio Carias Andino-Stadion

Nach Informationen des staatlichen Universitätsklinikums, wurden sieben Menschen eingeliefert, darunter drei Minderjährige. "Drei der verletzten Erwachsenen befinden sich in einem kritischen Zustand", sagte Laura Schoenherr, eine Sprecherin des Klinikums gegenüber der Agentur Reuters. Drei Spieler von Motagua erhielten nach dem Angriff auf den Bus medizinische Hilfe, wie der Club auf Twitter mitteilte.

Nachdem klar war, dass das Spiel nicht stattfinden würde, stürmten Fans zudem das Spielfeld. Die beiden Teams aus der Hauptstadt, deren Spiel in Honduras auch als Superklassiker bezeichnet wird, haben die meisten Meisterschaften in der honduranischen Fußball-Liga gewonnen. Ihre Rivalität ist sehr groß.

Fußballkrieg

In Honduras ist die Gewaltbereitschaft bei Fußballspielen traditionell sehr groß. So führte das Land sogar 1969 einen Krieg gegen den Nachbarn El Salvador, nachdem es in den Qualifikationsspielen zur damaligen WM 1970 in Mexiko zu Ausschreitungen mit Todesopfern gekommen war. Die Bilanz des Fußballkrieges: rund 2100 Tote, 6000 Verwundete und 17.000 vertriebene Bürger El Salvadors, die zuvor in Honduras gelebt hatten.

cgn/fab (dpa, rtre)

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