Tote bei Anschlag mit Tanklaster in Nordsyrien | Aktuell Nahost | DW | 28.04.2020
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Syrienkonflikt

Tote bei Anschlag mit Tanklaster in Nordsyrien

Bei einem Anschlag auf einem Markt im türkisch-besetzten Teil Syriens sind mehr als 40 Menschen getötet worden. Nach türkischen Angaben jagten Terroristen einen mit Sprengsätzen bestückten Tanklastzug in die Luft.

Syrien YPG/PKK Anschlag in Afrin (picture-alliance/AA/Turkish Defense Ministry)

Ein vom türkischen Verteidigungsministerium veröffentlichtes Bild vom Anschlagsort in Afrin

Das türkische Verteidigungsministerium meldet, dass bei der Explosion auf dem Markt in der Stadt Afrin 47 Menschen getötet worden seien. Bei den Toten handele es sich um Zivilisten, darunter mehrere Kinder.

Nach Informationen der oppositionsnahen syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die in der Regel über ihr Informantennetz in Syrien gut informiert ist, liegt die Zahl der Todesopfer etwas niedriger. Unter den Toten seien auch sechs von der Türkei unterstützte Rebellenkämpfer. Mehrere Dutzend Menschen seien verletzt worden. "Die Menschen wurden getötet, als ein in einem Tanklastwagen platzierter Sprengsatz explodierte", erklärte die Beobachtungsstelle.

Die Explosion ereignete sich in der Stadt Afrin, die von den türkischen Streitkräften und mit ihnen verbündeten syrischen Rebellengruppen kontrolliert wird. Durch die Explosion gerieten auch mehrere Autos und Geschäfte in Brand.

Zu dem Anschlag bekannte sich bislang niemand. Das türkische Verteidigungsministerium machte auf Twitter die Kurdenmiliz YPG für die Tat verantwortlich. Vor zwei Jahren hatten sich die Volksbefreiungseinheiten YPG mit der türkischen Armee zwei Monate lang Gefechte in der Provinz Afrin geliefert, die direkt an der Grenze zur Türkei liegt. Die Türkei wurde dabei von Rebellen der Freien Syrischen Armee unterstützt.

Die Lage in Syrien hatte sich zuletzt etwas beruhigt. Im März wurde nach Angaben der Beobachtungsstelle mit 103 getöteten Zivilisten die niedrigste monatliche Opferzahl seit Beginn des Konflikts vor neun Jahren registriert. Laut der Menschenrechts-Beobachtungsstelle hatte die Zahl ziviler Todesopfer im Februar mit 275 noch mehr als doppelt so hoch gelegen als im März. Anfang März hatte die syrische Regierungsarmee ihre Militäroffensive gegen Rebellen und Dschihadisten in der nordwestlichen Region Idlib nach einer von Russland und der Türkei ausgehandelten Waffenruhe weitgehend eingestellt.

qu/uh (afp, dpa, ap, rtr)

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