Tote an der polnisch-belarussischen Grenze | Aktuell Europa | DW | 20.09.2021
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Migration

Tote an der polnisch-belarussischen Grenze

Der belarussische Machthaber Lukaschenko lässt offenbar gezielt Migranten aus Krisenregionen an die EU-Außengrenzen bringen. Jetzt wurden an der polnischen Grenze vier Tote entdeckt. Die Hintergründe sind unklar.

Polnische Soldaten errichten einen Zaun an der Grenze zu Belarus

Polen hat einen Zaun an der Grenze zu Belarus errichtet

Im polnischen Grenzgebiet zu Belarus sind die Leichen von drei Menschen gefunden worden. Die Personen hätten versucht, illegal nach Polen einzureisen, teilte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki auf Facebook mit. Die Staatsanwaltschaft habe Ermittlungen aufgenommen, um die Umstände des tragischen Ereignisses aufzuklären.

Auf belarussischer Seite der Grenze sei zudem eine tote Frau entdeckt worden, führte der Politiker der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) weiter aus. Morawiecki forderte, dass ein möglicher Zusammenhang mit "belarussischen provokativen Aktionen" an der Ostgrenze seines Landes untersucht werden müsse.

Tote stammte offenbar aus dem Irak

Die drei Leichen in Polen befanden sich dem Grenzschutz zufolge an unterschiedlichen Orten. Bei der Frau auf der belarussischen Seite handelt es sich nach Angaben aus Minsk um eine Migrantin aus dem Irak. Sie sei in nur einem Meter Abstand von der polnischen Grenze entdeckt worden.

Polnische Sicherheitskräfte umringen Migranten an der Grenze zu Belarus

Polnische Sicherheitskräfte umringen Migranten an der Grenze zu Belarus (Archivbild)

Es gebe klare Hinweise, dass die Leiche der Irakerin von Polen nach Belarus gezogen worden sei, sagte ein belarussischer Grenzschutzvertreter der staatlichen Nachrichtenagentur Belta. In der Nähe der toten Frau hätten sich drei Kinder, ein Mann und eine ältere Frau aufgehalten. Sie seien alle irakischer Nationalität. Der Mann der toten Frau sagte laut Belta, polnische Sicherheitskräfte hätten die Gruppe zur Grenze gebracht und unter Drohungen gezwungen, nach Belarus zu gehen.

Lukaschenko erbost über Sanktionen

Die Regierung in Warschau beschuldigt den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko, in organisierter Form Flüchtlinge aus Krisenregionen an die EU-Außengrenze zu bringen. Lukaschenko hatte Ende Mai angekündigt, dass Minsk Migranten nicht mehr an der Weiterreise in die EU hindern werde - als Reaktion auf verschärfte westliche Sanktionen gegen die ehemalige Sowjetrepublik.

Polen hat in der Grenzregion zu Belarus vor kurzem den Ausnahmezustand verhängt. Ortsfremde erhalten keinen Zutritt. Zudem errichten Soldaten der polnischen Armee einen meterhohen Stacheldrahtzaun an der Grenze.

gri/wa (dpa, afp)

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