Tote am Jahrestag der Revolution in Ägypten | Aktuell Afrika | DW | 25.01.2014
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Aktuell Afrika

Tote am Jahrestag der Revolution in Ägypten

In Ägypten verläuft der dritte Jahrestag des Aufstandes gegen Präsident Mubarak zunehmend blutig. Bei Protesten gegen die vom Militär dominierte Übergangsregierung wurden landesweit mindestens 29 Menschen getötet.

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Gewalt am Jahrestag der Revolution

Organisierte Sympathiekundgebungen für die vom Militär eingesetzte Übergangsregierung gab es in Kairo und den meisten anderen Städten des Landes. Auf dem Tahrir-Platz ließen Zehntausende Anhänger der derzeitigen Machthaber am Nil den neuen starken Mann des Landes, General Abdel Fattah al-Sisi hochleben. Der mächtige Militärchef hatte im vergangenen Juli den gewählten islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi gestürzt und die Macht formal in die Hände einer zivilen Übergangsregierung gelegt.

Die Jubel-Veranstaltungen fanden unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Mit Panzern und Stacheldraht wurde der Tahrir-Platz, vor drei Jahren das Zentrum der Proteste gegen langzeitmachthaber Hosni Mubarak, hermetisch abgeriegelt. Die Teilnehmer der Pro-Regierungskundgebung mussten durch eigens aufgestellte Sicherheitsschleusen gehen, um das Einschmuggeln von Waffen und Bomben zu verhindern.

Massive Polizeigewalt gegen Regierungskritiker

Anders verliefen die Proteste, zu denen die politischen Gegner der derzeitigen Machthaber aufgerufen hatten. Anhänger des vom Militär im vergangenen Sommer gestürzten Präsidenten Mursi, der inzwischen als Terrororganisation eingestufen Muslimbruderschaft und Teile der liberalen Opposition des Landes versammelten sich -zwangsweise- abseits des symbolträchtigen Tahrir-Platzes und skandierten Slogans wie, "Nieder mit dem Regime". Als rund 1000 Demonstranten versuchten, in Richtung Tahrir-Platz zu marschieren, trieben Sicherheitskräfte die Menschen mit einem Hagel von Tränengasgranaten und Schüssen auseinander.

Proteste gab es in ganz Ägypten. Laut Gesundheitsministerium kamen bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei 29 Menschen ums Leben, 26 von ihnen in Kairo. Etwa 50 Menschen wurden verletzt.

Vor den Protesten hatte in Kairo am Samstagmorgen gespannte Ruhe geherrscht. Die Straßen waren menschenleer, über der Stadt kreisten Militärhubschrauber. Am 25. Januar 2011 hatte in Kairo der Aufstand gegen Langzeitmachthaber Husni Mubarak begonnen, der die ägyptische Politik fast 30 Jahre dominiert hatte. 18 Tage später wurde er gestürzt.

AA sorgt sich um Deutsche in Ägypten

Angesichts der Gewalt in Ägypten forderte das Auswärtige Amt deutsche Touristen in Kairo und anderen großen Städten auf, ihre Hotels am Wochenende nicht zu verlassen. Es sei damit zu rechnen, "dass es anlässlich des Jubiläums zu weiteren Anschlägen sowie Demonstrationen kommt, die ebenfalls einen gewalttätigen Verlauf nehmen können", erklärte das Auswärtige Amt. Demonstrationen und Menschenansammlungen, insbesondere vor religiösen Stätten, Universitäten und staatlichen Einrichtungen sollten daher "unbedingt gemieden werden".

qu/re (dpa, rtr, afp)

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