″Wir müssen alles tun, um Gewalt in der Sahelzone zu stoppen″ | Afrika | DW | 19.03.2021
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages
Anzeige

Mali und Togo

"Wir müssen alles tun, um Gewalt in der Sahelzone zu stoppen"

Togo nimmt eine aktive Rolle beim Übergangsprozess in Mali ein - zum Beispiel als Ausrichter von Gesprächsrunden. Was er sich davon erhofft, erklärt Togos Außenminister Robert Dussey im DW-Interview.

In der Sahelzone ist die Sicherheitslage fragil - und die staatlichen Institutionen sind unverzichtbar im Kampf gegen den Terror. Deshalb dringen die regionalen Staatengemeinschaften auch auf einen geordneten Übergang in Mali nach dem Militärputsch vom August 2020. Die Afrikanische Union hat eine Gruppe zur Unterstützung des Übergangs ins Leben gerufen, die am 8. März in der togoischen Hauptstadt Lomé bereits zum zweiten Mal zusammenkam. Bei seinem Deutschlandbesuch konnte die DW mit Togos Außenminister Robert Dussey über das Engagement seines Landes sprechen.

DW: Kürzlich fand in Lomé, Togo, ein Gipfeltreffen statt, um die immer noch instabile Situation in Mali zu besprechen.

Robert Dussey: Seit dem Staatsstreich hat Mali schwierige Zeiten hinter sich, aber dank des Engagements der westafrikanischen Staatengemeinschaft ECOWAS, der Vereinten Nationen und der Afrikanischen Union gab es einen zivilen und friedlichen Übergang in Mali. Das ist nicht nur für Mali sehr positiv, sondern auch für die westafrikanische Subregion und die Sahelzone, die mit den dschihadistischen Anschlägen, die wir in der Region immer wieder erleben, leider schwierige Zeiten durchmacht.

Und was tut die Unterstützergruppe in dieser Hinsicht für Mali?

Die Mission dieser Unterstützergruppe ist es, der malischen Übergangsregierung zum Erfolg zu verhelfen. Vor ein paar Wochen hat der malische Premierminister dem Übergangsparlament, dem CNT, seinen Fahrplan vorgestellt. Das Parlament hat diesen Fahrplan angenommen und bestätigt. Die gesamte internationale Gemeinschaft unterstützt diesen Fahrplan, der zu Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Mali im ersten Quartal 2022 führen soll. Das war also ein ermutigendes Ergebnis für Mali.

Togo Außenminister Robert Dussey in Deutschland

Robert Dussey zu Besuch bei seinem deutschen Amtskollegen Heiko Maas in Berlin

Es war ein ermutigendes Ergebnis für Togo, sich mehr und mehr zu engagieren, vor allem in Bezug auf Mali. Wird es weitere Anstrengungen geben, um bei der Befriedung von Mali zu helfen?

Togo hat im Rahmen der UN-Mission MINUSMA mehr als tausend Soldaten nach Mali entsandt. Die togoische Diplomatie fußt vor allem auf der Tatsache, dass wir aus der gleichen Region kommen. Zunächst einmal geht es um die Solidarität über Mali hinaus. Das Problem, das wir in der westafrikanischen Subregion haben, sind der gewalttätige Extremismus und der Dschihadismus in der Sahelzone. Und Togo spürt ebenfalls die Bedrohung durch diesen Islamismus in der Sahelzone, der auf die Küstenländer wie uns und unsere Nachbarn zusteuert. Wir müssen alles tun, um diese wahllose Gewalt in der Sahelzone zu stoppen.

Nicht nur, weil wir in der gleichen Region liegen und wir Nachbarn einiger Länder sind, die vom Terrorismus betroffen sind. Ein Ende der Gewalt liegt auch im Interesse Europas, denn gewalttätiger Extremismus und Islamismus kennt keine Grenzen.

Das Interview führte Carole Assignon.

Die Redaktion empfiehlt