Todesstrafe für Mörder von Suu Kyi-Berater | Aktuell Asien | DW | 15.02.2019
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Myanmar

Todesstrafe für Mörder von Suu Kyi-Berater

2017 wurde Ko Ni, ein langjähriger Vertrauter von Myanmars heutiger Regierungschefin Aung San Suu Kyi, in Rangun ermordet. Nun hat ein Gericht zwei Männer im Zusammenhang mit der Tat zum Tode verurteilt.

Myanmar Anwalt getötet (picture-alliance/AP Photo/T. Zaw)

Der wegen Mordes und illegalen Waffenbesitzes verurteilte Todesschütze Kyi Lin (Mitte) in Begleitung von Polizeikräften

Das Gericht in Myanmars zweitgrößter Stadt Rangun sprach die beiden Angeklagten schuldig, den Anwalt Ko Ni im Januar 2017 auf dem Flughafen der Stadt am helllichten Tag erschossen zu haben. Bei den Verurteilten handelt es sich um den Schützen sowie um einen Komplizen. Zwei weitere Männer erhielten Gefängnisstrafen. Ein fünfter Verdächtiger, der als Drahtzieher des Mordkomplotts gehandelt wird, ist noch auf freiem Fuß.

Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigten, dass Ko Ni, der gerade von einer Dienstreise nach Indonesien zurückgekehrt war, in der Nähe eines Taxistands mit einem Kopfschuss getötet wurde. Der 63-Jährige war mit seinem fünfjährigen Enkelkind unterwegs.

Kritiker der Rohingya-Verfolgung und Verfassungsexperte

Ko Ni war Rechtsberater und über viele Jahre ein enger Vertrauter der heutigen Regierungschefin Aung San Suu Kyi. Der Jurist war für seine Kritik an der Einmischung des Militärs in die Politik bekannt und galt als einer der besten Kenner der aktuellen Verfassung.

Myanmar, ermordeter muslimischer Anwalt Ko Ni (Reuters/Phyo Thiha Cho/Myanmar Now)

Ko Ni, hier während eines Interviews im Januar 2016, saß während der Militärdiktatur zeitweise in Haft

In dieser Funktion beriet er die Partei Suu Kyis, die Nationale Liga für Demokratie (NDL), mit Blick auf eine mögliche Umgehung von Gesetzen, die in der von der Armee auferlegten Verfassung festgeschrieben waren. Als einer der wenigen prominenten Muslime und als Kritiker der Diskriminierung von Rohingya in dem mehrheitlich buddhistischen Land wurde Ko Ni von ultranationalistischen Buddhisten stark angefeindet.

Myanmar international in der Kiritik

In Myanmar hat die Armee auch nach dem Ende der Militärdiktatur noch großen Einfluss. In der Regierung besetzen die Generäle mehrere wichtige Ministerien. Myanmar steht wegen der brutalen Verfolgung von der muslimischen Minderheit der Rohingya international massiv in der Kritik. Mehr als 700.000 Rohingya sind ins mehrheitliche muslimische Nachbarland Bangladesch geflohen. 

Im vergangenen November entzog die Menschenrechtsorganisation Amnesty International Suu Kyi ihre wichtigste Auszeichnung. Amnesty-Generalsekretär Kumi Naidoo warf der Friedensnobelpreisträgerin Gleichgültigkeit gegenüber Gräueltaten vor.

hk/sti (dpa, rtr, ap)

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