Todesstrafe für ″chinesischen Jack the Ripper″ | Aktuell Asien | DW | 30.03.2018
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Serienmörder in China verurteilt

Todesstrafe für "chinesischen Jack the Ripper"

Der 54-jährige Angeklagte hat nach Ansicht eines Gerichts in der Provinz Gansu zehn Frauen und ein Mädchen ermordet. Auf die Spur des Serienmörders kam die Polizei durch einen Zufall.

Das Gericht in Gansu verhängte die Todesstrafe für Gao Chengyong (Artikelbild) wegen elffachen Mordes. Ebenfalls schuldig sei der Angeklagte des mehrfachen Raubes sowie Vergewaltigung und Leichenschändung in elf Fällen. Weil er die Leichen seiner Opfer zerstückelte wurde er von Medien als "Chinesischer Jack the Ripper" tituliert - in Anlehnung an das Pseudonym des englischen Serienmörders, der Ende des 19. Jahrhunderts in London mindestens fünf Frauen ermordete, aber nie gefasst wurde.

Der Verurteilte hatte in der Zeit zwischen 1988 und 2002 zehn Frauen und ein achtjähriges Mädchen ermordet. Seine Opfer fand er in den Städten Baiyin in der Region Gansu und Baotou in der Inneren Mongolei. Offenbar wählte er die Opfer willkürlich aus. Einzige Gemeinsamkeit: Alle Ermordeten trugen rote Kleidungsstücke.

Grausame Details

In der Gerichtsverhandlung eröffnete die Anklage grausame Details zu den Taten des Gemüsehändlers. "Um sein pervertiertes Verlangen zu stillen, Leichen zu entwürdigen, hat er die meisten seiner Opfer nach ihrem Tod geschändet", erklärte das Gericht auf seiner Internetseite. Die Motive des Mannes seien verabscheuungswürdig, die Taten in ihrer Natur bösartig und die Einzelheiten der Taten schwerwiegend.

Gao stelle eine "große Gefahr für die Gesellschaft" dar und müsse "schwer bestraft werden", so das Gericht.

Hilfe durch Kommissar Zufall

Obwohl die Polizei mehrere Jahre nach dem Mörder fahndete und dabei 100.000 Fingerabdrücke und DNA-Proben sammelte, konnte der Täter nicht gefasst werden.

Erst durch einen Zufall gelangten die Ermittler auf Chengyongs Spur. Als sie einen Onkel von ihm wegen Bestechung festnahmen und erkennungsdienstlich überprüften, stellten sie fest, dass die DNA-Probe Ähnlichkeit mit der des gesuchten Mörders hatte. Kurz darauf hatte die 28 Jahre dauernde Suche ein Ende.

China ist das Land, in dem weltweit die meisten Todesurteile verhängt und vollzogen werden. Dafür wird es von Menschenrechtsorganisationen immer wieder kritisiert.

mak/kis (dpa, rtre, afpe)