Todesrisiko Krankenhaus | Aktuell Deutschland | DW | 15.11.2019
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Infektionen

Todesrisiko Krankenhaus

Eine neue Studie liefert erschreckende Zahlen: Durch im Krankenhaus erworbene Infektionen sterben in Deutschland wohl deutlich mehr Patienten als bisher gedacht.

Die Angst vor Krankenhausinfektionen kommt nicht von ungefähr: Angenommen wird, dass in der Bundesrepublik jährlich bis zu 20.000 Menschen aufgrund sogenannter nosokomialer Infektionen ums Leben kommen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin mitteilte. Eine frühere Schätzung war von 10.000 bis 15.000 Todesfällen pro Jahr ausgegangen.

Für die im Fachblatt "Eurosurveillance" publizierte Studie wurden die fünf Infektionen betrachtet, die in Krankenhäusern fast 80 Prozent der Fälle ausmachen: Lungenentzündungen, Wundinfektionen, Harnwegsinfektionen, Blutstrominfektionen und Infektionen mit dem Keim Clostridium difficile.

Bakterien Clostridium difficile (picture-alliance/BSIP/C. James)

Gefährlich: der Krankenhauskeim Clostridium difficile

Todesfälle durch diese Infektionen seien allerdings schwer zu bestimmen - vor allem weil viele Patienten schwere Grundkrankheiten hätten, die auch ohne Krankenhausinfektionen häufig zum Tod führten, so das RKI.

Hunderttausende Infizierte

Die Studienautoren schätzen, dass in Deutschland insgesamt 400.000 bis 600.000 Menschen pro Jahr Krankenhausinfektionen erleiden. Der Anteil der Patienten, die während eines Klinikaufenthalts eine Infektion bekommen, liegt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts hierzulande bei rund 3,6 Prozent - das ist weniger als im EU-Durchschnitt (5,5 Prozent). 

Betrachte man aber die Zahl solcher Infektionen pro 100.000 Einwohner, stehe Deutschland schlechter dar als der EU-Schnitt, betont das RKI. Neben einer effektiveren Infektionskontrolle und -prävention hat das Berliner Institut daher folgenden Rat: Auf vermeidbare Krankenhausaufenthalte sollte in jedem Fall verzichtet werden.

wa/stu (dpa, RKI, eurosurveillance.org)

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