Todesrate von Migranten im Mittelmeer gestiegen | Aktuell Welt | DW | 30.04.2019
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Migration

Todesrate von Migranten im Mittelmeer gestiegen

Nach der Schließung der italienischen Häfen für Schiffe von Hilfsorganisationen ist das Risiko für Bootsflüchtlinge massiv gestiegen: Inzwischen stirbt einer von zehn Migranten bei der Überfahrt.

Bootsflüchtlinge vor Libyen (Archivbild)

Bootsflüchtlinge vor Libyen (Archivbild)

Die Todesrate unter Flüchtlingen, die das Mittelmeer von Libyen aus zu überqueren versuchen, ist nach Italiens Aussperrung von Rettungsschiffen und der Gewalteskalation in Libyen deutlich gestiegen. Seit Jahresbeginn kamen nach Angaben eines Sprechers der Internationalen Organisation für Migration (IOM) 257 Menschen auf der zentralen Mittelmeerroute ums Leben. "Heute stirbt mehr als einer von zehn Migranten auf der Überfahrt, früher waren es wesentlich weniger", sagte IOM-Sprecher Flavio Di Giacomo der Nachrichtenagentur epd auf Anfrage. 

Die Todesrate sei von 3,5 Prozent im vergangenen Jahr auf zwölf Prozent in den ersten vier Monaten dieses Jahres gestiegen, teilte der IOM-Sprecher auf Twitter mit. Vor zwei Jahren kamen demnach 2,6 Prozent der Bootsflüchtlinge auf der zentralen Mittelmeerroute ums Leben. Die absoluten Zahlen seien gesunken, die Todesrate jedoch gestiegen.

"Gefährlicher denn je"

Die Überquerung des Mittelmeers sei "gefährlicher denn je", betonte der IOM-Sprecher. Seit Januar erreichten laut IOM 722 Migranten Italien und 308 Malta. Weitere knapp 1100 versuchten demnach, Europa von Libyen aus zu erreichen, wurden jedoch dorthin zurückgebracht. 

Die italienische Regierung fährt eine extrem restriktive Flüchtlingspolitik. Sie schloss mehrfach die italienischen Häfen für internationale Rettungsschiffe und kündigte an, keinen Flüchtling ins Land zu lassen.

stu/jj (epd, AFP) 
 

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