Todesfälle durch Affenpocken in Spanien und Brasilien | Aktuell Welt | DW | 29.07.2022
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Infektionskrankheiten

Todesfälle durch Affenpocken in Spanien und Brasilien

Die WHO hat aufgrund der Ausbreitung der Affenpocken vor einer Woche den Gesundheitsnotstand ausgerufen. Nun wurden die ersten Todesfälle außerhalb Afrikas gemeldet.

Elektronenmikroskopaufnahme einer von Affenpockenviren befallenen Zelle

Elektronenmikroskopaufnahme einer von Affenpockenviren befallenen Zelle

Zunächst Südamerika, wenige Stunden später Europa: die ersten tödlichen Verläufe von Affenpocken-Infektionen außerhalb Afrikas. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte bisher fünf bestätigte Todesfälle durch das Virus gemeldet, alle in Afrika.

In Brasilien wurde der Tod eines 41-jährigen Affenpocken-Infizierten gemeldet. Dann gab das Gesundheitsministerium in Madrid am Freitagabend den Tod eines Patienten in Spanien bekannt, der sich ebenfalls angesteckt hatte. Die infizierte Person sei in der Region Valencia an der Krankheit gestorben. Nähere Angaben wurden nicht gemacht. An diesem Samstag wurde mitgeteilt, eine weitere Person in dem EU-Staat sei der Erkrankung erlegen.

Der verstorbene Brasilianer litt nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Brasília auch an einer chronischen Lymphknotenschwellung und einem geschwächten Immunsystem. Beides habe seinen Zustand verschlimmert. Der Patient sei in Belo Horizonte ins Krankenhaus eingeliefert worden und dort auf der Intensivstation an einem septischen Schock gestorben.

Weltweit steigende Infektionszahlen

Brasilien gehört zusammen mit den Vereinigten Staaten und Kanada zu den am stärksten von den Affenpocken betroffenen Ländern in Nord- und Südamerika, wo nach Angaben der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation (PAHO) bisher mehr als 5000 Fälle registriert wurden. Brasilien meldete bislang 1066 bestätigte Fälle und 513 Verdachtsfälle der Krankheit. Die überwiegende Mehrheit (744) im Bundesstaat Sao Paulo, so das Gesundheitsministerium.

COVID-19 und Affenpocken: Ähnlich und doch verschieden

Im weltweiten Vergleich ist Spanien einer der von der Krankheit am stärksten betroffenen Staaten. Von den 4298 bisher im ganzen Land erfassten Infektionsfällen hätten bisher nur 120 eine Krankenhaus-Einweisung nötig gemacht, hieß es.

In Deutschland hatte das Robert Koch-Institut (RKI) Mitte der Woche 2410 Fälle von Affenpocken verzeichnet. In den allermeisten Fällen sind laut RKI nach derzeitigen Erkenntnissen Männer erkrankt, die sexuelle Kontakte zu anderen Männern hatten. In nur fünf Fällen seien Frauen betroffen, bei Kindern seien keine Fälle bekanntgeworden. Seit Anfang Mai wurden weltweit laut WHO mehr als 16.000 Fälle von Affenpocken in 75 Ländern gemeldet.

Milder Verlauf die Regel

Vor einer Woche hatte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus angesichts der Affenpocken-Verbreitung einen weltweiten Gesundheitsnotstand erklärt, die höchste Alarmstufe der WHO. Bislang hatte die Unterorganisation der Vereinten Nationen nur die Corona-Pandemie und Polio als internationalen Gesundheitsnotstand eingestuft.

Tedros Adhanom Ghebreyesus

WHO-Chef Tedros: "Höchste Alarmstufe"

Laut WHO kann eine rasche Ausbreitung der Affenpocken gestoppt werden. Dies sei mit den richtigen Strategien in den richtigen Gruppen möglich.

Zu den typischen Symptomen der Krankheit gehören hohes Fieber, geschwollene Lymphknoten und Windpocken-ähnliche Pusteln. Übertragen wird die Krankheit durch engen Körper- und Hautkontakt. Im Gegensatz zu den seit 1980 ausgerotteten Menschenpocken verlaufen Affenpocken in der Regel deutlich milder; die meisten Menschen erholen sich innerhalb einiger Wochen von der Infektion.

AR/fw (rtr, afp, ap)

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