Timo Werner - im Team angekommen | FIFA WM 2018 in Russland | DW | 25.06.2018
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DFB-Team

Timo Werner - im Team angekommen

Beflügelt durch den wichtigen Sieg gegen Schweden, berichtet Stürmer Timo Werner von Erschöpfungsmomenten und seinem Ziehvater. Die Nationalelf ist nun bei der WM angekommen und Werner eine feste Größe im DFB-Team.

Er ist schnell. Sogar schneller als Sprint-Star Usain Bolt soll Timo Werner auf den ersten 30 Metern sein. Bei einem Bundesligaspiel wurde der Leipziger Stürmer einmal mit 35 Stundenkilometern "geblitzt". Die Geschwindigkeit zählt sicher zu den größten Stärken des 22-Jährigen, auch beim 2:1-Sieg gegen Schweden profitierte das DFB-Team davon. "Selbst in Unterzahl haben wir mit einer guten Mischung aus Wachsamkeit und Risiko agiert und eben mit dem Gefühl, dass Timo Werner über links jeden ausspielen konnte", sagte Mats Hummels nach dem Spiel.

Werner, der nach der Einwechslung von Stürmerkollege Mario Gomez auf die linke offensive Seite gewechselt war, sorgte dort immer wieder für Gefahr und holte unter anderem den entscheidenden Freistoß vor dem Siegtreffer durch Toni Kroos heraus. "Die letzte Minute war sehr emotional. Richtig dran geglaubt hat man nicht", gab Werner zu und sagte: "Ich habe es nicht mehr zum Jubelpulk geschafft. Ich bin liegen geblieben und habe mich einfach nur gefreut."

Ziehvater Mario Gomez

Fußball WM 2018 Timo Werner und Mario Gomez (Imago/Pressefoto Baumann)

Zwei Generationen: Gomez (r.) und Werner

Ohnehin hatten sich die Umstellungen von Joachim Löw ausgezahlt. Werner auf der linken Außenbahn, Gomez als klassischer Stürmer vorn drin und Marco Reus, der irgendwie überall dort zu finden war, wo es Sinn ergab. "Marco ist ein Weltklassespieler", lobte Werner seinen Mitspieler. "Über seine Fähigkeiten brauche ich nicht viel zu sagen. Wir verstehen uns auf und neben dem Platz ganz gut. Egal, wer auf welcher Position spielt."

Werner, der auf der Pressekonferenz einen sehr lockeren Eindruck hinterließ, wies aber auf sein spezielles Verhältnis zu Sturmkollege Gomez hin. "Er ist immer der erste, der bei mir ist und mir Tipps gibt. Gerade er ist einer, der mir persönlich immer Mut zugesprochen hat", sagte Werner und erklärte, dass so etwas nicht typisch sei in einer Konkurrenzsituation. "Er ist sehr wichtig für mich."

Reus: "Er kann eine Waffe sein"

Von der Jobbeschreibung her sind beide Nationalspieler für die klassische Sturmposition vorgesehen, in der Praxis könnte aber die "Schweden-Variante"ein erfolgreiches Zukunftsmodell für diese WM sein. "Ich bin eigentlich Stürmer, daher spiele ich lieber vorne drin. Aber gegen diese tiefstehenden Gegner ist es vielleicht manchmal besser, wenn ich mit etwas mehr Tempo aus der Tiefe komme", erklärte Werner. Reus beschrieb den taktischen Wechsel des Bundestrainers als "guten Schachzug". Man habe gesehen, was Werner ausmache, so der BVB-Spieler: "Im Eins-gegen-eins kann er eine riesige Waffe sein."

Dieses besondere Gefühl erleben

Die durch den Last-minute-Sieg gegen Schweden ausgelöste positive Stimmung scheint das DFB-Team wiederbelebt zu haben - so zumindest der äußerliche Eindruck. Gegen Südkorea will die Nationalelf nun den nächsten Schritt gehen und den Einzug ins Achtelfinale klar machen. "Südkorea hat unheimlich schnelle Spieler, die viele Mannschaften vor Probleme stellen", sagte Reus. "Trotzdem bin ich davon überzeugt, dass wir konzentriert ans Werk gehen." Auch Werner will dieses "besondere Gefühl, in ein WM-Stadion einzulaufen" noch so oft wie möglich erleben. Das sei das Beste, was er in seiner Karriere bisher erlebt habe, sagte er. Und läuft alles nach Plan, dürfte der RB-Leipzig-Stürmer gegen Südkorea erneut auf der linken Außenbahn zum Einsatz kommen und gemeinsam mit Mario Gomez und Marco Reus die Defensive des Gegners vor ziemlich große Probleme stellen.

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