Thomas Bach ist Chef des Weltsports | Sport | DW | 10.09.2013
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Sport

Thomas Bach ist Chef des Weltsports

Favoritensieg in Buenos Aires: Thomas Bach hat die Wahl um das IOC-Präsidentenamt gewonnen. Der deutsche Kandidat setzte sich bereits im zweiten Wahlgang durch und steht nun vor großen Aufgaben.

Thomas Bach of Germany reacts to applause after he was elected the ninth president of the International Olympic Committee (IOC) succeeding Jacques Rogge during a vote in Buenos Aires, September 10, 2013. REUTERS/Enrique Marcarian (ARGENTINA - Tags: SPORT OLYMPICS TPX IMAGES OF THE DAY)

Thomas Bach: der neue IOC-Präsident

In den Reihen der IOC-Delegierten herrschte zunächst ungläubige Stille, dann langsam löste sich ein zaghafter Applaus. Schon im zweiten Wahlgang soll die Wahl des obersten Mannes im Sport entschieden sein? So richtig große Freude wollte im Moment der Bekanntgabe nicht aufkommen, als der scheidende IOC-Präsident Jacques Rogge mit etwas brüchiger Stimme erklärte, dass sein Nachfolger gefunden sei.

Der erste Deutsche auf dem IOC-Chefsessel

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DW-Reporter Marc Koch über die IOC-Wahl

Während die sechs Kandidaten den Saal des Hilton-Hotels von Buenos Aires unwissend verließen, wussten zu diesem Zeitpunkt wohl nur vier Personen, wer die Wahl gewonnen hatte: die vier Mitglieder der Wahlkommission. Als Kandidaten und Delegierte den abgedunkelten Saal dann wieder betreten hatten, nannte Noch-Präsident Rogge um exakt um 17:41 Uhr MESZ den Namen, mit dem die meisten gerechnet hatten: "Thomas Bach". Damit wird zum ersten Mal in der Geschichte des Internationalen Olympischen Komitees ein Deutscher Chef der Olympischen Bewegung. Der neunte IOC-Präsident trat anschließend mit einem "Uff" hinters Rednerpult. Er hatte es geschafft.

Mit einem vielfachen "Danke" in zahlreichen Sprachen brachte der sichtlich bewegte Bach zum Ausdruck, was gerade in ihm vorgehen musste. Es schien, dass mit jedem "Merci" und "Thank you" die Anspannung ein Stück mehr von ihm abfiel. Trotz allem vergaß Bach nicht, seinem Vorgänger zu danken, dessen Vize er war und mit dem er nicht immer einig war. "Lieber Jacques, ich möchte Dir persönlich danken", sagte Bach und fuhr fort: "Es ist mir eine Riesenehre."

Denis Oswald (l.) und Thomas Bach (Foto: dpa)

Vor der Wahl hatte Gegenkandidat Denis Oswald Thomas Bach noch scharf angegriffen - wohl ein Akt der Verzweiflung.

Durchgefochten

Es war ein Sieg mit Ansage, denn Bach war vor dem IOC-Gipfel lange als großer Favorit gehandelt worden, weil der Fecht-Olympiasieger und studierte Jurist seit seinem IOC-Eintritt 1991 dank verschiedener Ämter bis hinauf zum IOC-Vizepräsident das Geschäft der IOC-Leitung wohl besser kannte als alle anderen Kandidaten. Er gewann aber offenbar auch, weil der mächtige Scheich Ahmad Al-Sabah, Chef der 205 Nationalen Olympischen Komitees und einflussreicher "Stimmenbeschaffer", sich früh und - gegen die Regeln des IOC - öffentlich auf die Seite des deutschen Kandidaten geschlagen hatte.

Bereits in der zweiten Wahlrunde stimmte eine Mehrheit der 93 IOC-Mitglieder für Bach. Die absolute Mehrheit reichte, um die Wahl zu diesem Zeitpunkt zu entscheiden. Im ersten Wahlgang war Außenseiter Wu Ching-Kuo aus Taiwan nach einer Stichwahl mit seinem asiatischen Kollegen Ng Ser Miang aus Singapur ausgeschieden.

Große Aufgaben warten auf Bach

Thomas Bach, der bisher die Geschicke des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) lenkte und von diesem Amt am 17. September zurücktreten will, steht vor großen Aufgaben: Er will und muss die durch aufgedecktes Doping angekratzte Glaubwürdigkeit des Spitzensports wiederherstellen. Viele erwarten auch, dass er energischer gegen Korruption und Manipulation im Sport vorgeht als es sein Vorgänger getan hat. Und nicht zuletzt muss Bach auch eine Antwort auf die Zweifel am Gigantismus der Olympischen Spiele finden.

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