Thailands Polizei prämiert Unfallvideos | Aktuell Asien | DW | 08.04.2018
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Verkehrssicherheit

Thailands Polizei prämiert Unfallvideos

Wegen einer verheerenden Unfallbilanz mit mehr als 24.000 Toten pro Jahr macht die thailändische Polizei jetzt auch per Videowettbewerb Jagd auf Verkehrssünder. Es gab Preise für mehrere Videos, die echte Unfälle zeigen.

Autofahrer hatten die Videos mit Kameras aufgenommen, die sie am Armaturenbrett installiert hatten. Die Gewinnerin der Kampagne mit dem Slogan "Freiwillige Augen", Wipawee Janthadee, bekam umgerechnet etwa 520 Euro für ein Video, das den Zusammenstoß eines Autofahrers mit einem Motorrad Ende März zeigte.

Unfallverursacher am Pranger

Der 38 Jahre alte Mann hatte nach dem Unfall Fahrerflucht begangen, der Motorradfahrer musste mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus. Mit Hilfe des Videos, das Wiwapee aus einem nachfolgenden Auto heraus gemacht hatte, wurde der Flüchtige aber schnell geschnappt. In der Zeitung "Daily News" - eine der auflagenstärksten des Landes - wurde er dann auch mit vollem Namen an den Pranger gestellt. Einen Termin für den Prozess gegen ihn gibt es noch nicht.

In Thailand haben viele Autofahrer sogenannte Dash-Cams am Armaturenbrett installiert, die das Verkehrsgeschehen permanent aufzeichnen. Das südostasiatische Land gehört zu den Staaten mit besonders hohen Unfallziffern. Nach einer Statistik der Weltgesundheitsorganisation WHO ist das Unfallrisiko nur in Libyen noch höher.

"Sieben Tage des Todes"

Besonders groß ist die Gefahr wieder in den nächsten Tagen, wenn rund ums thailändische Neujahrs-Fest Songkran viele Menschen zu Verwandten und Freunden fahren und dann unter Umständen auch betrunken unterwegs sind. Der Zeitraum wird deswegen "Sieben Tage des Todes" genannt.

Wegen der vielen Verkehrstoten ist auch die thailändische Justiz inzwischen zu drastischen Methoden übergegangen. Dazu gehört beispielsweise, dass Verkehrssünder in Leichenhäuser geschickt werden, um dort zu putzen.

haz/wa (dpa)

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