Tausende Venezolaner strömen nach Kolumbien | Aktuell Amerika | DW | 09.06.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Südamerika

Tausende Venezolaner strömen nach Kolumbien

Nach der teilweisen Öffnung der Grenze zu Kolumbien nutzten bereits tausende Venezolaner die Chance, sich im Nachbarland mit dem Nötigsten zu versorgen. Monatelang waren die Grenzen Venezuelas abgeriegelt gewesen.

Venezuela - Maduro öffnet Grenze zu Kolumbien (picture-alliance/dpa/F. Ospina)

Menschen stehen Schlange vor der Grenzbrücke Simón Bolívar

Tausende Menschen aus Venezuela haben am Samstag die Grenze zu Kolumbien überquert, um sich mit Nahrung und Medikamenten zu versorgen. Auf der Brücke Simón Bolívar nahe der kolumbianischen Grenzstadt Cúcuta hatten sich bereits am Morgen (Ortszeit) lange Schlangen gebildet, wie der kolumbianische Fernsehsender RCN berichtete.

Nach Angaben der Migrationsbehörde Kolumbiens überquerten am Samstagmittag 18.000 Menschen von Venezuela aus die Grenze. Nach fast vier Monaten hatte Venezuelas Präsident Nicolás Maduro am Freitag angekündigt, dass die Grenzübergänge im Bundesstaat Tachira am Samstag wieder geöffnet würden.

Vor der Grenzschließung hatten nach kolumbianischen Behördenangaben rund 30.000 Menschen täglich die Simón-Bolívar-Brücke überquert. Vor einem Monat hatte die venezolanische Regierung bereits die Grenzen zu Brasilien und der niederländischen Karibikinsel Aruba wieder geöffnet.

Infografik Flüchtlinge aus Venezuela in Lateinamerika DE

Streit um Hilfsgüter aus dem Ausland

Im Streit um humanitäre Hilfe für das krisengebeutelte Land hatte Maduro im Februar die Grenzen zu den Nachbarländern abgeriegelt. Die Opposition um den selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó hatte damals versucht, Hilfsgüter über die Grenze nach Venezuela zu schaffen. Maduro sah darin einen Vorwand für eine militärische Intervention in dem südamerikanischen Land.

Venezuela steckt in einer tiefen politischen und wirtschaftlichen Krise. Aus Mangel an Devisen können kaum noch Lebensmittel und Medikamente importiert werden. Die Not vieler Menschen ist groß. Eine Containerblockade zur Verhinderung von Transporten über die Grenze blieb auch am Samstag bestehen.

Unterdessen besuchte die US-Schauspielerin und UN-Sondergesandte Angelina Jolie das kolumbianische Grenzgebiet zu Venezuela, um sich über die Lage der venezolanischen Flüchtlinge zu informieren. In einer Einrichtung in Maicao traf die 44-Jährige Geflüchtete aus dem Krisenland, wie örtliche Medien berichteten. In einer Pressekonferenz lobte sie demnach den Einsatz der Kolumbianer für ihre Nachbarn und rief die internationale Gemeinschaft zur Unterstützung der Flüchtlinge auf. Inzwischen seien rund vier Millionen Menschen aus Venezuela geflohen. 

jv/kle (dpa, afp, ap)

Die Redaktion empfiehlt