Tausende Israelis stellen sich gegen Netanjahu | Aktuell Nahost | DW | 17.10.2020
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Demonstration in Jerusalem

Tausende Israelis stellen sich gegen Netanjahu

Gegen den wegen Korruption angeklagten israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu hat es erneut Proteste gegeben. Versammlungsverbote wegen der Corona-Pandemie waren kurz zuvor aufgehoben worden.

In Jerusalem versammelten sich vor dem Amtssitz von Regierungschef Benjamin Netanjahu mehrere tausend Menschen. Auch in Tel Aviv marschierten Bürger mit Protestschildern durch die Straßen. In der Hafenstadt Haifa im Norden wurden drei Menschen festgenommen, die Demonstranten mit Tränengas angegriffen haben sollen.

Israel I Corona-Proteste in Tel Aviv (Jack Guez/AFP/Getty Images)

Bei den Beatles ist es das "yellow submarine", auf dem Protestplakatmacht ist von einem sinkenden U-Boot die Rede

Hintergrund der monatelangen Proteste sind Korruptionsvorwürfe gegen Netanjahu, dessen Prozess im Mai begonnen hatte. Netanjahu bestreitet alle gegen ihn erhobenen Anschuldigungen. Der Regierungschef steht aber auch wegen seines Corona-Krisenmanagements massiv in der Kritik. Vor allem die wirtschaftlichen Auswirkungen befeuerten ständige Proteste gegen seine Politik, die in erster Linie von der Bewegung "Schwarze Flaggen" organisiert werden.

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Tausende Israelis demonstrieren gegen Netanjahu

Lockdown mit Erfolg

Nach einem fast einmonatigen Lockdown sind die Infektionszahlen jedoch zuletzt deutlich gesunken. Am Sonntag sollen deshalb erste Lockerungen in Kraft treten. Unter anderem werden Kindergärten und Geschäfte ohne Publikumsverkehr geöffnet. Auch ein Verbot, sich mehr als 1000 Meter von Zuhause zu entfernen, wird aufgehoben.

Netanjahu rief die Bürger dazu auf, sich aber weiter an nach wie vor gütlige Corona-Regeln zu halten. Damit stellte er sich auch gegen Vertreter der ultra-orthodoxen Juden. Ein einflussreicher Rabbiner innerhalb der strengreligiösen Gemeinschaft hatte zur Öffnung der Schulen in seinem Sektor aufgerufen, obwohl dies landesweit noch verboten ist. In ultraorthodoxen Wohnvierteln hatte es besonders hohe Corona-Infektionszahlen gegeben.

haz/ml (dpa, afp, ap)