Tausende Indigene starten Protestmarsch | Aktuell Amerika | DW | 15.10.2020
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Kolumbien

Tausende Indigene starten Protestmarsch

Vor dem Hintergrund eskalierender Gewalt haben sich Tausende Kolumbianer auf einen Demonstrationszug in die Hauptstadt Bogotá begeben. Dort wollen sie die Regierung von Iván Duque unter Druck setzen.

Kolumbien Cali | MINGA | Politischer Marsch

Die Demonstranten reisen mit Bussen von Cali in die kolumbianische Hauptstadt Bogotá

Der als "minga" bekannte Protest - ein indigenes Wort, das sich auf eine gemeinsame Anstrengung für das Gemeinwohl bezieht - richte sich gegen Morde an sozialen Anführern und Massaker in ländlichen Gebieten, sagte Rubiel Lis von dem "Regionalen Indigenen Rat von Cauca" (CRIC). Die Angaben zu dem in Cali gestarteten Marsch in kolumbianischen Medien und von Indigenen-Organisationen variierten zwischen 5000 und 12.000 Teilnehmern.

Präsident unter Druck

Nachdem ein Treffen mit Innenministerin Alicia Arango in Cali nicht das gewünschte Ergebnis gebracht hatte, streben die indigenen Demonstranten, die überwiegend in Bussen reisen, ein Treffen mit Präsident Iván Duque an.

Kolumbien Cali | MINGA | Politischer Marsch

Protestierende Indigene in Cali am 14. Oktober

Etwa 1000 soziale Anführer, Menschenrechts- und Umweltaktivisten sind in Kolumbien nach Angaben der Nichtregierungsorganisation "Indepaz" getötet worden, seit die Regierung 2016 ein Friedensabkommen mit der Guerilla-Organisation FARC unterzeichnete. Unter den Opfern sind laut "Indepaz" mehr als 240 Indigene, die meisten aus dem Department Cauca im Südwesten des Landes.

Die Gewalt geht weiter

Auch in diesem Jahr hat es bereits mehr als 65 Massaker gegeben, bei denen mehr als drei Menschen ermordet wurden - wobei Cauca ebenfalls eine der am meisten betroffenen Gegenden des südamerikanischen Landes ist.

Etwa 1,9 Millionen Menschen in dem 50-Millionen-Einwohner-Staat Kolumbien bezeichnen sich selbst als indigen. Die Regierung schreibt die Gewalt bewaffneten Gruppen zu, die immer noch aktiv sind.

Tausende FARC-Dissidenten kämpfen immer noch gegen die Regierung und um Anteile am Drogenhandel. Auch die kleinere Guerillagruppe ELN ist weiter aktiv. Zudem stoßen andere Verbrechersyndikate in die früheren Einflussgebiete der FARC vor.

mak/AR (dpa, rtre)

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