Tausende demonstrieren für Seenotrettung von Flüchtlingen | Aktuell Deutschland | DW | 02.09.2018
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Tausende demonstrieren für Seenotrettung von Flüchtlingen

In mehreren deutschen Städten haben Demonstrationen unter dem Titel "Seebrücke" stattgefunden. Allein in Hamburg nahmen nach Angaben der Veranstalter mehr als 16.000 Menschen daran teil.

In Hamburg zogen die Demonstranten von den Landungsbrücken zum Stadion des FC St. Pauli, wo sich zahlreiche Fans anschlossen. Sie forderten, Hamburg zu einem "sicheren Hafen" für Geflüchtete und aus Seenot Gerettete zu machen. Auf Plakaten und Transparenten standen Parolen wie "Seebrücke statt Seehofer", "Kein Adler braucht diesen Horst" oder "Menschenrechte statt rechte Menschen". Auf Twitter schrieb jemand: "Ich kann nicht glauben, dass ich dagegen protestieren muss, Menschen ertrinken zu lassen."

Die evangelische Bischöfin Kirsten Fehrs sagte beim Auftakt der Veranstaltung an den Hamburger Landungsbrücken, nötig seien sichere und legale Fluchtwege nach Europa sowie eine politische Lösung, damit alle europäischen Staaten ihrer Verantwortung bei der Aufnahme von Geflüchteten nachkämen.

Friedliche Demos

In Berlin-Mitte zog der Demonstrationszug unter dem Motto "Berlin zum sicheren Hafen für Flüchtlinge" vom Molkenmarkt am Roten Rathaus zum Brandenburger Tor. Die Veranstalter sprachen von 2500 Teilnehmern. Die Polizei wollte die Zahl nicht kommentieren. "Die Demo verlief vollkommen friedlich, es gab keinerlei Störungen", sagte ein Sprecher des Bündnisses Seebrücke.

Auch in Köln, Frankfurt und Duisburg nahmen zahlreiche Menschen an "Seebrücken"-Demonstrationen teil. In den vergangenen Tagen hatte es bereits Veranstaltungen in mehreren norddeutschen Städten gegeben, darunter Flensburg, Bremen, Braunschweig und Hannover.

Europaweite Protestwoche

Die Demonstrationen, die von Organisationen aus verschiedenen Bereichen der Zivilgesellschaft organisiert wurden, waren Teil der europaweiten Protestwoche "European protests - build bridges not walls" (Europäische Proteste: baut Brücken, keine Mauern). Wenn die europäischen Regierungen in der Flüchtlingsfrage versagten, liege es an den Städten zu handeln, schrieb Seebrücke im Internet.

Das Bündnis fordert, aus Seenot gerettete Menschen freiwillig aufzunehmen und dies "offensiv anzubieten". Es müssten alle Möglichkeiten genutzt werden, um "Visa und Gruppen-Bleiberechte für Gerettete auszustellen." Seebrücke hatte bereits im Juli ebenfalls in Berlin-Mitte für die Seenotrettung von Flüchtlingen demonstriert.

HF/hk (epd, dpa)

 

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