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Tod von Taliban-Chef wegen NATO verschwiegen

31. August 2015

Die Taliban haben erstmals ihre Zurückhaltung zum Tod ihres Führers Mullah Omar aufgegeben. Sie gaben zu, dass sie seinen Tod mehr als zwei Jahre lang vertuscht haben - aus militärischen Gründen.

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Taliban in Herat (Foto: AFP/Getty Images)
Bild: Getty Images/AFP/A. Karimi

Die radikalislamischen Taliban haben erstmals zugegeben, dass sie den Tod ihres langjährigen Führers Mullah Omar mehr als zwei Jahre lang verschwiegen haben. Die Führung der Gruppe habe damals beschlossen, Omars Tod am 23. April 2013 geheim zu halten, heißt es in einer Biografie über den neuen Talibanchef Mullah Achtar Mansur, die an Journalisten verschickt wurde.

Der frühere Talibanchef Mullah Mohammed Omar auf einem Fahndungsfoto des FBI. (Foto: dpa)
Der frühere Talibanchef Mullah Mohammed Omar auf einem Fahndungsfoto des FBI.Bild: picture alliance/CPA Media

Einer der Hauptgründe der Entscheidung war demnach, dass das Jahr als letzte Möglichkeit für einen Machtkampf mit den NATO-Truppen in Afghanistan angesehen wurde. In darauffolgenden Jahr wurde die internationale Militär-Mission ISAF beendet.

Neuer Talibanrührer umstritten

Mullah Omar hatte sich zuletzt 2001 in der Öffentlichkeit gezeigt. Die Taliban verschickten noch im Juli 2015 eine Erklärung in seinem Namen. Kurz darauf bestätigten sie dann seinen Tod, ohne jedoch einen Zeitpunkt zu nennen. Die neuen Angaben, wonach er seit mehr als zwei Jahren tot ist, decken sich mit Erkenntnissen des afghanischen Geheimdienstes.

Der neue Talibanführer Mullah Achtar Mansur ist intern stark umstritten, auch weil ihm vorgeworfen wird, den Tod seines Vorgängers verschleiert zu haben. Mehrere ranghohe Mitglieder verweigern ihm die Gefolgschaft. Die nun über ihn veröffentlichte Biografie, die den Hinweis auf die Geheimhaltung des Tods von Mullah Omar enthält, verherrlicht Achtar Mansur unter anderem als Gotteskrieger. Der Text scheint ein Versuch seiner Anhänger zu sein, seine Macht zu festigen.

Nach Ansicht von Experten könnten die internen Querelen dafür sorgen, dass die Terrormiliz "Islamischer Staat" profitiert : Schon jetzt hat sich eine Reihe von Taliban-Kämpfern dem IS angeschlossen. Diese Entwicklung könnte sich noch verstärken.

hba/qu (afp/ap)