Taiwan plant umfangreichen Kauf von US-Waffen | Aktuell Welt | DW | 06.06.2019
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USA und China

Taiwan plant umfangreichen Kauf von US-Waffen

Als wäre das Verhältnis zwischen Washington und Peking nicht schon mies genug, kommt nun auch noch Chinas ungeliebter Bruder Taiwan ins Spiel. Dessen Waffen-Wünsche sorgen in der Volksrepublik bereits für Verärgerung.

Eine Militärübung der taiwanischen Armee mit M60 A3-Panzern aus US-Produktion (Foto: Getty Images/AFP/Sam Yeh)

Eine Militärübung der taiwanischen Armee mit M60 A3-Panzern aus US-Produktion (Foto vom Mai 2017)

Das Verteidigungsministerium Taiwans bestätigte Berichte, wonach vier Chargen von Anträgen auf Waffenkäufe in die USA geschickt wurden, und Taipeh auf eine Antwort wartet. Demnach will die Inselrepublik 108 hochmoderne Panzer, 409 Boden-Luft-Raketen, 1240 Panzerabwehrraketen und 250 tragbare Stinger-Luftverteidigungssysteme ordern.

China: Gefahr für Frieden in Taiwanstraße

China, das die Nachbarinsel Taiwan als sein eigenes Territorium ansieht, kritisierte die Pläne scharf. "Wir fordern die USA nachdrücklich auf, die hohe Sensibilität der Frage des Waffenhandels mit Taiwan zu verstehen", sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Peking. Das Geschäft könnte die Beziehungen zwischen den USA und China und den Frieden in der Taiwanstraße "ernsthaft schädigen".

Peking betrachtet Taiwan als untrennbaren Teil der Volksrepublik und droht mit einer gewaltsamen Wiedervereinigung. Die USA haben sich der Verteidigungsfähigkeit der Insel verpflichtet und liefern seit Jahren immer wieder Waffen. Das Verhältnis zwischen den USA und China ist derzeit auch wegen des seit bereits einem Jahr  andauernden Handelskonflikts schwer belastet. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt wirft der US-Regierung vor, einen "Wirtschaftskrieg gegen China" zu führen, um den Aufstieg der asiatischen Macht zu verhindern. 

Trump droht Peking mit weiteren Strafzöllen

US-Präsident Donald Trump drohte unterdessen China mit neuen milliardenschweren Strafzöllen. "Ich könnte noch mindestens um 300 Milliarden Dollar nach oben gehen, und das werde ich zur richtigen Zeit tun", sagte Trump während eines Irland-Besuches. Welche Waren betroffen sein könnten, ließ er offen. Trump geht nach eigenen Worten aber davon aus, dass eine Einigung noch möglich ist. Im Mai waren die US-Zölle für chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar auf 25 Prozent erhöht worden, was Peking zu Vergeltungsmaßnahmen veranlasste.

sti/cgn (ap, dpa, rtr)

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