Taifun ″Wipha″ richtet schwere Schäden an | Aktuell Asien | DW | 16.10.2013
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Aktuell Asien

Taifun "Wipha" richtet schwere Schäden an

Der Tropensturm "Wipha" hat in Japan für Tod und Verwüstung gesorgt. Die Zahl der Opfer wird laut der japanischen Polizei vermutlich weiter steigen, denn viele Menschen werden bislang noch vermisst.

Zerstörtes Haus in Japan (Foto: Reuster)

Helfer suchen nach Opfern in einem eingestürzten Haus

Es war der heftigste Taifun seit Jahren. Mindestens 17 Menschen hat der Sturm in den Tod gerissen. "Wipha" verwüstete mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 180 Kilometer pro Stunde im Großraum Tokio Dutzende Häuser, löste Erdrutsche aus und behinderte den Bahn- und Flugverkehr. Auf der Insel Oshima 120 Kilometer südlich der Hauptstadt werden 30 Menschen vermisst. Erdrutsche und Überflutungen haben Medienberichten zufolge hier mindestens fünf Häuser zerstört. Die Rettungskräfte hätten am Morgen zwei Menschen aus ihrem eingestürzten Haus in Sicherheit bringen können, hieß es, sie seien aber noch nicht in alle Regionen der Insel vorgedrungen. Viele Inselbewohner suchten in Schutzunterkünften Zuflucht.

Taifun setzt Atomruine unter Wasser

Hohe Wellen vor dem AKW Fukushima (Foto: Getty Images)

Große Sorge galt dem AKW in Fukushima

Auch die Halbinsel Izu nahe Tokio wurde vom 26. Taifun der Saison teilweise schwer verwüstet. Allein hier starben sieben Menschen. Zu 50 weiteren Bewohnern hatten die Einsatzkräfte zunächst keinen Kontakt. Im Ort Machida wurde eine Frau von den Fluten eines angeschwollenen Flusses mitgerissen und ertrank. In der Tokioter Nachbarprovinz Kanagawa erfasste eine Welle zwei kleine Jungen, sie gelten bislang als vermisst.

In der Atomruine Fukushima im Nordosten drohten zudem wegen des Regens Tanks mit verstrahltem Kühlwasser überzulaufen. Die Reparaturtrupps pumpten laut Medienberichten aus Auffangbecken um die Tanks Regenwasser ab. Die Strahlenbelastung liege aber unter den Grenzwerten, hieß es seitens des Betreibers Tepco.

Die Hauptstadt blieb verschont

Die japanische Hauptinsel blieb von "Wipha", der als schwerster Tropensturm seit zehn Jahren angekündigt worden war, offenbar weitgehend von dramatischen Schäden verschont. Zwar sorgten die heftigen Regenfälle auch in Tokio für erhebliche Verkehrsbeeinträchtigungen. Berichte über Opfer gab es zunächst aber nicht. Manche Büroangestellte waren vorsichtshalber am Vortag nicht nach Hause gefahren, sondern übernachteten in der Nähe ihrer Arbeitsplätze. Hunderte Schulen, darunter auch die Deutsche Schule in Yokohama, blieben geschlossen. In tausenden Haushalten des Inselreiches fiel zeitweise der Strom aus. Am frühen Morgen bewegte sich der Taifun in nordöstlicher Richtung von der Küste weg. Experten gehen davon aus, dass er sich über dem Pazifik abschwächen wird.

Schwere Schäden auf den Philippinen

Zerstörte Kirche in Sto Nino auf den Philippinen (Foto: Reuters)

Zerstörte Kirche in Sto Nino auf den Philippinen

Unterdessen gehen nach dem schweren Erdbeben auf den Philippinen die Aufräumarbeiten weiter. Hier sind nach jüngsten Angaben der Behörde für Katastrophenschutz mindestens 144 Menschen ums Leben gekommen und fast 280 Menschen verletzt worden. Viele Straßen sind nach Erdrutschen unpassierbar, und das Strom funktioniert vielerorts noch nicht. Das Beben der Stärke 7,2 hatte am Dienstag mehrere Inseln erschüttert.

cw/se (reuters, dpa, afp)