Taifun: Vermutlich mehr als 1000 Tote | Aktuell Welt | DW | 09.11.2013
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Aktuell Welt

Taifun: Vermutlich mehr als 1000 Tote

Der Monster-Taifun "Haiyan" hat auf den Philippinen Chaos und Tod hinterlassen. Das Rote Kreuz befürchtet, dass es mindestens 1.200 Todesopfer gegeben hat.

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Nach dem Taifun: Bilder des Grauens

Die Generalsekretärin der Hilfsorganisation, Gwendolyn Pang, betonte, dass es sich bei der Zahl um eine vorläufige Schätzung handele. Genaueres könnten letztlich nur die Behörden vor Ort mitteilen.

Die Regierung gibt die Zahl der Todesopfer offiziell noch mit 138 an. Energieminister Jericho Petilla sagte jedoch dem Fernsehsender ABS-CBN, er gehe von hunderten Toten allein in der Gegend um die Stadt Palo auf der Insel Leyte aus. Petilla war von Präsident Benigno Aquino in die Katastrophenregion entsandt worden und hatte sich vom Hubschrauber aus einen Überblick veschafft. Der Minister berichtete von abgedeckten Dächern, umgestürzten Bäumen und weiteren Zerstörungen in vielen Städten der Insel. Die Opferzahlen seien aber nirgends so hoch wie in Palo, sagte er.

Schwer verwüstet wurde auch die Inselhauptstadt Tacloban. Ein UN-Mitarbeiter in der Stadt teilte mit: "Das letzte Mal, dass ich Zerstörung in diesem Ausmaß gesehen habe, war nach dem Tsunami im Indischen Ozean." 80 Prozent der Hafenstadt seien wahrscheinlich zerstört, schätzten Helfer des Roten Kreuzes. Der Stationsmanager des schwerbeschädigten Flughafens berichtete von mindestens 100 Leichen in den Straßen. Tacloban liegt an einer Bucht auf der Insel Leyte, genau in der Region, über die das Auge des Taifuns zog. Meterhohe Sturmfluten überschwemmten dort Straßen, berichteten Hilfsorganisationen. Auch gut 600 Kilometer weiter westlich in Coron auf der Insel Busuanga sind die Zerstörungen riesig. Das Bürgermeisteramt veröffentlichte Fotos, auf denen ganze Straßenzüge in Schutt und Asche zu sehen waren.

"Haiyan" gehörte zu den gewaltigsten Taifunen, die je über die Philippinen hinweggezogen sind. Er wirbelte mit Spitzengeschwindigkeiten von 300 Kilometern in der Stunde über den Inselstaat. 800 000 Menschen waren geflüchtet. Betroffen waren aber nach Schätzungen bis zu vier Millionen Bewohner.

Der Taifun, von der Internationalen Raumstation ISS aus gesehen (Foto: Reuters)

Der riesige Taifun, von der Internationalen Raumstation ISS aus gesehen

Das genaue Ausmaß der Katastrophe ist noch nicht zu überblicken. Selbst Satellitentelefone funktionieren nur sporadisch. Wie die Lage auf abgelegenen Inseln aussieht, ist noch nicht bekannt. Tausende Soldaten und Katastrophenhelfer wurden mobilisiert, um zu den Sturmopfern vorzudringen. Sie sollen auf dem Land- oder Luftweg Hilfsgüter, Material und Kommunikationsgeräte verteilen.

Internationale Hilfsangebote

Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach ihre Anteilnahme mit den Opfern der Naturkatastrophe aus und bot Präsident Aquino "deutsche Hilfe bei der Bewältigung der schlimmen Folgen" des Unwetters an. Auch die EU-Kommission und die USA boten dem südostasiatischen Inselstaat Hilfe an.

"Haiyan" zieht inzwischen über das Südchinesische Meer Richtung Vietnam. Dort wurden 450.000 Soldaten für Hilfseinsätze in Alarmbereitschaft versetzt, berichteten Medien des kommunistischen Landes. Rund eine halbe Million Menschen wurde aus Küstengebieten in Sicherheit gebracht. Der Taifun wird Vietnam am Sonntag erreichen.

wl/uh (dpa, afp, rtr)

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