Taifun ″Nida″ legt Süden Chinas und Hongkong lahm | Aktuell Asien | DW | 02.08.2016
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages
Anzeige

Aktuell Asien

Taifun "Nida" legt Süden Chinas und Hongkong lahm

Höchste Alarmstufe ausgerufen: Ein heftiger Wirbelsturm trifft die Wirtschafts- und Industriezentren der Volksrepublik. Die Chinesen sprechen vom schlimmsten Taifun im Perlfluss-Delta seit mehr als 30 Jahren.

Video ansehen 00:49

"Nida" fegt über Hongkong und Südchina

Mit massiven Sturmböen und schweren Niederschlägen ist der tropische Wirbelsturm "Nida" über die Küste im Süden Chinas gefegt. Das Leben in der asiatischen Metropole Hongkong und anderen Millionenstädten wie Shenzhen und Guangzhou in der dicht bevölkerten Region kam weitgehend zum Erliegen.

Windböen peitschten mit bis zu 150 Stundenkilometern durch Hongkong, starker Regen verwandelte die Straßen in Wasserläufe. Die Behörden riefen höchsten Taifun-Alarm aus: Schulen blieben geschlossen, Angestellte bekamen frei, die Börse stellte den Betrieb ein, hunderte Bürger suchten in Schutzräumen Zuflucht, die meisten Flüge wurden gestrichen.

Aufräumen nach Verwüstungen durch Nida in Hongkong (foto: Getty Images)

Aufräumen nach Verwüstungen durch "Nida" in Hongkong

Der Wirbelsturm traf eine der dynamischsten Wirtschaftsregionen Asiens. Hongkong ist ein wichtiges Finanz- und Dienstleistungszentrum. Die angrenzenden Industrieregionen am Perlfluss-Delta tragen zu einem beträchtlichen Teil zu den Exporten der Volksrepublik China bei. Nach Behördenangaben ist "Nida" möglicherweise der stärkste Taifun in der Region seit mehr als 30 Jahren.

In Hongkong beschädigtes Haus nach Taifun Nida (foto: afp/Getty)

Schwere Zerstörungen durch den tropischen Wirbelsturm

Über Opfer und Schäden wurde zunächst nichts bekannt. "Nida" war als Tropensturm vor der Küste der Philippinen entstanden, hatte bei seinem Weg über das warme tropische Meer Energie aufgenommen und sich zu einem Taifun entwickelt. Nachdem er über Hongkong hinwegfegte, steuerte der Wirbelsturm am Dienstag ins Landesinnere der Volksrepublik.

In Teilen der stark industrialisierten Provinz Guangdong blieben alle Schulen und Betriebe geschlossen, wie die Agentur Xinhua berichtete. Die Bahnen stellten alle Fernverbindungen in die Provinz ein, wovon hunderttausende Passagiere betroffen sein könnten.

Auch die Behörden der Millionenstadt Guangzhou gaben laut Xinhua erstmals überhaupt die höchste Taifun-Warnstufe aus. Die Bürger wurden angewiesen, sich für drei Tage mit Proviant einzudecken. Von einer vorgelagerten Ölplattform seien 2000 Arbeiter in Sicherheit gebracht worden, berichtete Xinhua. Auch von der Großbaustelle der geplanten Brücke zwischen den Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macau wurden demnach rund 2000 Arbeiter abgezogen.

Sturmwarnungen gelten auch für die Provinzen Hunan, Yunnan und in der Reguion Guizhou im Süden Chinas. Erst vor wenigen Wochen war der Taifun "Nepartak" über Taiwan und Teile der Volksrepublik hinweggezogen; mindestens 69 Menschen waren dabei ums Leben gekommen.

SC/cr (afp, APE, dpa)

Audio und Video zum Thema