Türkisches Gericht ordnet Freilassung des Amnesty-Vorsitzenden Kilic an | Aktuell Europa | DW | 15.08.2018
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Menschenrechte

Türkisches Gericht ordnet Freilassung des Amnesty-Vorsitzenden Kilic an

Der seit mehr als einem Jahr in der Türkei inhaftierte Amnesty-Ehrenvorsitzende Taner Kilic soll aus der Haft entlassen werden. Er bleibt aber angeklagt - gemeinsam mit dem Deutschen Peter Steudtner.

Ein Gericht in Istanbul hat die Freilassung des Ehrenvorsitzenden der Menschenrechtsorganisation Amnesty International aus der Untersuchungshaft im westtürkischen Izmir unter Auflagen angeordnet. Dies erklärte der Türkeiexperte von Amnesty International, Andrew Gardner. Man hoffe nun, dass der Anwalt in den kommenden Stunden tatsächlich das Gefängnis in Izmir verlassen könne.

Taner Kilic vor seiner Inhaftierung (picture-alliance/AP/Amnesty International Turkey)

Taner Kilic vor seiner Inhaftierung

Gegen Kilic und zehn weitere Menschenrechtler läuft in Istanbul ein Verfahren wegen Terrorvorwürfen. Unter den Angeklagten sind auch der Deutsche Peter Steudtner und sein schwedischer Kollege Ali Gharavi. Zum Prozessauftakt am 25. Oktober hatte das Gericht alle Angeklagten bis auf Kilic aus der U-Haft entlassen. Steudtner und Gharavi reisten daraufhin aus und nehmen nicht mehr an der Fortsetzung des Verfahrens teil.

Aktivisten demonstrieren im Januar in Istanbul für Taner Kilic (picture-alliance/L.Pitarakis)

Aktivisten demonstrieren im Januar in Istanbul für Taner Kilic

Kilic war am 6. Juni 2017 unter dem Vorwurf festgenommen worden, zur verbotenen Gülen-Bewegung zu gehören, die von der Regierung für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich gemacht wird. Amnesty fordert seit langem die Freilassung von Kilic. Erst am 21. Juni hatte ein Gericht entschieden, ihn weiter in U-Haft zu behalten. Die nächste reguläre Anhörung war erst für den 7. November angesetzt.

Amnestys Generalsekretär Kumi Naidoo zeigte sich nach der Gerichtsentscheidung "überwältigt von Freude", betonte aber, dass sie erst feiern würden, wenn Kilic tatsächlich zurück bei seiner Frau und seinen Kindern sei. Amnesty hatte immer wieder betont, dass es keinen Beweis dafür gebe, dass Kilic den Messengerdienst ByLock auf seinem Handy hatte, der von den Gülen-Anhängern zur Kommunikation benutzt worden sein soll.

stu/kle (afp, dpa)

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