Türkischer Finanzminister beschwichtigt Investoren | Aktuell Welt | DW | 16.08.2018
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Türkische Währungskrise

Türkischer Finanzminister beschwichtigt Investoren

Inmitten der schweren Währungskrise in der Türkei hat der türkische Finanzminister Berat Albayrak ausländischen Investoren Haushaltsdisziplin, Strukturreformen und freien Kapitalverkehr zugesichert.

In der Lira-Krise hat der türkische Finanzminister Berat Albayrak möglichen Kapitalverkehrskontrollen eine Absage erteilt. Diese stünden niemals auf der Agenda, sagte Albayrak (Artikelbild) einer Telefonkonferenz mit 4000 Investoren. Mit Kapitalverkehrskontrollen soll in einer Währungskrise zum Beispiel verhindert werden, dass internationale Investoren ruckartig zu viele Finanzmittel aus einer angeschlagenen Wirtschaft abziehen. 

Man arbeite an einem Plan zur Bekämpfung der hohen Inflation und des hohen außenwirtschaftlichen Defizits des Landes, sagte Albayrak weiter. Die Verringerung der Inflation habe dabei oberste Priorität.

Albayraks Schwiegervater Recep Tayyip Erdogan hat bei den Maßnahmen das letzte Wort (picture-alliance/dpa/AP/B. Ozbilici)

Albayraks Schwiegervater Recep Tayyip Erdogan hat bei den Maßnahmen das letzte Wort

Der türkische Bankensektor sei gesund und stark, versicherte der Minister mit Verweis auf jüngste Stresstests. Zudem verfüge die Notenbank über Devisenreserven von mehr als 90 Milliarden US-Dollar (rund 79 Mrd Euro). Durch ambitionierte Sparmaßnahmen werde man die Staatsfinanzen verbessern. Die Türkei werde aus der Krise "noch stärker hervorgehen". Er schloss einen Hilfsantrag beim Internationalen Währungsfonds (IWF) aus.

Streit um einen inhaftierten Pastor

Die jüngsten Kursschwankungen an den türkischen Finanzmärkten seien nicht durch realwirtschaftliche Faktoren begründet, sagte Albayrak. Die Lira verliert schon seit Monaten an Wert, aber der Streit mit den USA um das Schicksal des in der Türkei wegen Terrorvorwürfen festgehaltenen US-Pastors Andrew Brunson hatte sie Freitag und Montag auf neue Tiefststände abstürzen lassen. 

Die Sanktionsankündigungen von US-Präsident Donald Trump verschärften die türkische Krise massiv (picture-alliance/dpa/C. Kaster)

Die Sanktionsankündigungen von US-Präsident Donald Trump verschärften die türkische Krise massiv

Die USA hatten am Freitag aus Frustration über mangelnde Fortschritte in der Brunson-Affäre Zölle für zwei türkische Produkte stark angehoben. Die Türkei schlug am Mittwoch mit gleich 22 Sanktionen gegen US-Produkte zurück. 

Die Lira erholte sich etwas nach Notmaßnahmen der türkischen Zentralbank ab Montag sowie einem Angebot des Golfstaats Katar am Mittwoch, 15 Milliarden Dollar in der Türkei zu investieren. 

Albayrak ist der Schwiegersohn von Präsident Recep Tayyip Erdogan. Dieser hatte zuletzt neue staatliche Großprojekte angekündigt. Wie sie sich mit den Sparplänen Albayraks vertragen, ist unklar.

stu/sam (dpa, afp)
 

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