Türkische Polizei greift hart durch | Aktuell Welt | DW | 11.09.2013
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Aktuell Welt

Türkische Polizei greift hart durch

Der Tod eines Demonstranten in der Türkei hat den Zorn auf die Regierung wieder angefacht: Sicherheitskräfte setzten alles daran, die Proteste im Keim zu ersticken - mit Wasserwerfern, Tränengas und Plastikgeschossen.

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Proteste in der Türkei

Nach dem Tod eines jungen Demonstranten im südtürkischen Antakya ist es bei regierungskritischen Protesten in der Millionenmetropole Istanbul erneut zu schweren Zusammenstößen gekommen. Im Stadtzentrum ging die Polizei am Dienstagabend mit großer Härte gegen Hunderte Demonstranten vor, die einige Feuerwerkskörper und bengalische Feuer entzündet hatten. Es kamen Tränengas und Wasserwerfer zum Einsatz, wie Augenzeugen berichteten. Sicherheitskräfte feuerten zudem Plastikgeschosse ab - sogar auf Unbeteiligte - und verfolgten fliehende Menschen in Seitenstraßen.

In der Provinz Hatay, deren Hauptstadt Antakya ist, versuchte die Polizei ebenfalls, Demonstranten mit Tränengas auseinanderzutreiben. Diese verschanzten sich hinter Barrikaden aus Mülltonnen und brennenden Autoreifen. Gewaltsame Zusammenstöße wurden auch aus anderen türkischen Städten gemeldet.

Tod durch Polizeigewalt?

Der bei einer Demonstration am Vorabend ums Leben gekommene 22-Jährige war nach Darstellung seiner Verwandten von einem Tränengasgeschoss der Polizei am Kopf getroffen worden, woraufhin er wenig später verstarb. Daraufhin hatten Aktivisten über soziale Netzwerke für Dienstag zu Demonstrationen aufgerufen. Die Polizei bestritt die Darstellung der Angehörigen des jungen Mannes. Laut Behördenvertretern stürzte der Demonstrant von einem Dach in den Tod, von dem er Steine auf Polizisten geworfen haben soll.

Die Proteste gegen die islamisch-konservative Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan haben zwar nachgelassen, flammen aber sporadisch immer wieder wieder auf. Entzündet hatten sie sich Ende Mai an Plänen der Regierung, den Gezi-Park am zentralen Istanbuler Taksim-Platz zu bebauen. Inzwischen richten sich die Proteste vor allem gegen Erdogans autoritären Regierungsstil.

wa/SC (afp, dpa)

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