Türkische Justiz stellt Haftbefehle gegen 251 Soldaten und Polizisten aus | Aktuell Europa | DW | 26.04.2019
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Türkei

Türkische Justiz stellt Haftbefehle gegen 251 Soldaten und Polizisten aus

Auch bald drei Jahre nach dem Putschversuch in der Türkei hört das Kesseltreiben gegen vermeintliche Anhänger des Predigers Fethullah Gülen nicht auf. Mittlerweile ist von mehr als 77.000 Festnahmen die Rede.

Die türkische Justiz hat Haftbefehle gegen mehr als 250 aktive Soldaten und Polizisten ausgestellt, die zur verbotenen Gülen-Bewegung gehören sollen. Ein Staatsanwalt in Istanbul ordnete die Festnahme von 210 Mitgliedern der Streitkräfte an, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete. Demnach wurden 115 Haftbefehle unmittelbar vollstreckt, während die Suche nach den 95 anderen Verdächtigen noch andauerte. Unter den Verdächtigen sollen etliche ranghohe Offiziere sein.

Die Staatsanwaltschaft in Ankara stellte laut Anadolu ihrerseits Haftbefehle gegen 41 Verdächtige aus. Zwölf von ihnen seien bereits festgenommen worden. Sie werden demnach verdächtigt, bei der Aufnahmeprüfung für die Polizei im Jahr 2009 von der Gülen-Bewegung vorab die Prüfungsfragen erhalten zu haben. Die religiöse Bruderschaft soll auf diesem Wege versucht haben, ihre Anhänger in die Polizei zu schleusen.

Fethullah Gülen Türkei (picture-alliance/dpa/S.Suna)

Der islamische Prediger Fethullah Gülen lebt bereits seit 20 Jahren in den USA (Archivbild)

Die türkische Führung unter Präsident Recep Tayyip Erdogan wirft der Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen vor, über Jahre Militär, Polizei und Justiz unterwandert zu haben und hinter dem versuchten Militärputsch vom Juli 2016 zu stecken. Seit dem Umsturzversuch wurden mehr als 77.000 angebliche Gülen-Anhänger festgenommen. 150.000 Angehörige des öffentlichen Dienstes und der Polizei wurden entlassen oder beurlaubt. Auch fast drei Jahre nach dem Putschversuch gibt es noch immer fast wöchentlich neue Festnahmen in der Türkei Gülen, der sich seit 1999 in den USA im Exil aufhält, bestreitet die Vorwürfe.

sti/jj (afp, rtr)

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