Türkische Justiz klagt Bloomberg-Journalisten an | Aktuell Asien | DW | 14.06.2019
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Meinungsfreiheit

Türkische Justiz klagt Bloomberg-Journalisten an

Die türkische Justiz hat zwei Journalisten der Nachrichtenagentur Bloomberg wegen eines kritischen Berichts zur Währungskrise angeklagt. Mitangeklagt sind laut Bloomberg 36 Nutzer sozialer Medien.

Landmarks of New York Bloomberg Nachrichtenagentur (picture-alliance/AP Images/K. Willens)

Hauptsitz des Medienunternehmens in New York

Die Staatsanwaltschaft fordert wegen des Versuchs zur "Untergrabung der wirtschaftlichen Stabilität der Türkei" zwei bis fünf Jahre Haft, wie Bloomberg mitteilte. Der Klage vorausgegangen war eine Beschwerde der türkischen Bankenaufsicht.

Die beiden in Istanbul lebenden Bloomberg-Journalisten Kerim Karakaya und Fercan Yalinkilic müssen sich wegen eines Berichts von August 2018 über den Umgang der türkischen Behörden und Banken mit der Währungskrise verantworten. Mitangeklagt sind laut Bloomberg 36 Menschen wegen Kommentaren in den sozialen Medien, in denen sie sich kritisch zur türkischen Wirtschaftslage geäußert hatten. Der Prozess soll am 20. September beginnen.

Kritik westlicher Medien

Der Chefredakteur von Bloomberg, John Micklethwait, verurteilte die Anklage gegen die beiden Journalisten, die "fair und akkurat über nachrichtenträchtige Ereignisse berichtet haben". "Wir stehen fest an ihrer Seite und werden sie in dieser Prüfung unterstützen", erklärte Micklethwait. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die westlichen Medien bereits wiederholt wegen ihrer Berichterstattung über die Wirtschaftslage kritisiert.     

Im April griff er insbesondere die "Financial Times" wegen eines Artikels über die Zentralbank an. Die Türkei kämpft seit vergangenem Jahr mit einer schweren Währungs- und Wirtschaftskrise. Die türkische Lira war im August inmitten eines Streits mit den USA eingebrochen. Zwar konnte die Zentralbank die Währung durch eine Anhebung der Leitzinsen stabilisieren, doch rutschte die Wirtschaft in die Rezession und die Inflation verharrt bei knapp 20 Prozent.

ni/stu (ap, afp)

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