Türkische Dorfschützer bei PKK-Angriff getötet | Aktuell Welt | DW | 30.03.2018
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Kurdengebiete

Türkische Dorfschützer bei PKK-Angriff getötet

Sechs Sicherheitskräfte sind bei einem Angriff mutmaßlicher PKK-Anhänger im Südosten der Türkei getötet worden. Unterdessen reagiert Ankara empört auf ein Vermittlungsangebot Frankreichs im Konflikt mit Kurden in Syrien.

Türkei Provinz Siirt (picture-alliance/AA/Z. Gunes)

Ein Dorf in der Provinz Siirt im Südosten der Türkei, die überwiegend von Kurden bewohnt wird

Die Sicherheitskräfte sollen Straßenbauarbeiten gesichert haben, als sie nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu von Mitgliedern der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK attackiert wurden. Der Angriff habe in der Nähe einer Militärbasis in der Provinz Siirt stattgefunden.

Die sechs Getöteten seien sogenannte Dorfschützer gewesen. Weitere drei Dorfschützer sowie vier Soldaten wurden bei dem Angriff verletzt. Die Kräfte der lokalen Schutzmiliz werden im mehrheitlich kurdischen Südosten der Türkei aus der örtlichen Bevölkerung rekrutiert. Sie werden von der Regierung bewaffnet und arbeiten eng mit dem Militär zusammen. 

Die PKK wird von der Türkei sowie von der Europäischen Union und den USA als terroristische Vereinigung eingestuft. Sie kämpft für eine politische Autonomie der überwiegend von Kurden bewohnten Gebiete in der Türkei. Seit Jahren kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen PKK-Anhängern und dem türkischen Staat mit seinen Sicherheitskräften. 

Ankara kämpft auch gegen YPG in Syrien

Die Regierung in Ankara will zudem verhindern, dass sich ein zusammenhängendes kurdisches Einflussgebiet vom Irak über Syrien bis in die Türkei bildet. Türkische Truppen haben im Norden Syriens daher vor zwei Monaten eine Offensive gegen die syrische Kurdenmiliz YPG begonnen und Mitte März die Stadt Afrin eingenommen.

Die YPG führt die kurdisch dominierten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) an, die gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" kämpft. 

Französisches Vermittlungsangebot abgelehnt

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat der SDF Unterstützung zugesagt und angekündigt, zwischen den Kurden und der Türkei vermitteln zu wollen.

Die Regierung in Ankara erklärte nun, sie lehne alle Bemühungen für einen Dialog oder eine Vermittlung ab. Sie betrachtet die YPG als verlängerten Arm der PKK und bezeichnet diese ebenfalls als Terrororganisation. Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte, sein Land sei betrübt über den "völlig falschen" Ansatz Frankreichs in Bezug auf Syrien. Der türkische Vizeministerpräsident Bekir Bozdag äußerte auf Twitter, diejenigen, die mit Terrorgruppen gegen sein Land zusammenarbeiteten und Solidarität zeigten, würden "wie die Terroristen ein Ziel der Türkei werden". Ankara hoffe, "dass Frankreich nicht einen solch irrationalen Schritt geht".

kis/mak (dpa, rtr)