Türkische Armee bringt sich in Stellung | Aktuell Nahost | DW | 06.10.2019
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Syrien-Konflikt

Türkische Armee bringt sich in Stellung

Aus der Türkei werden Truppenbewegungen an der Grenze zu Syrien gemeldet. Lässt Präsident Erdogan seiner Drohung mit einer militärischen Offensive im Nachbarland bald blutige Taten folgen?

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Erdogan kündigt Einsatz "aus der Luft und mit Bodentruppen" an

Transporter mit Militärfahrzeugen und Soldaten hätten den südosttürkischen Grenzort Akcakale erreicht, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Sie seien aus der Provinzhauptstadt Sanliurfa gekommen. Dort hatte die Türkei bereits im März ein Kommandozentrum für eine mögliche Militäroffensive im Norden Syriens eingeweiht.

Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Samstag erklärt, die Türkei stehe kurz vor einem Militäreinsatz in Syrien, der "sowohl aus der Luft als auch mit Bodentruppen" ausgefochten werde. Ziel einer Offensive dürften kurdische Milizen östlich des Flusses Euphrat sein, die an der türkisch-syrischen Grenze Gebiete kontrollieren.

Syrien YPG-Kämpfer in Qamishli (Reuters/R. Said)

Von den USA unterstützt: YPG-Kämpfer in Syrien (Archivfoto)

Freiheitskämpfer oder Terroristen?

Die Türkei betrachtet die sogenannten Volksverteidigungseinheiten (YPG) als Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK - und damit als Terrormiliz. Die Regierung in Ankara fordert in Nordsyrien seit langem eine Zone unter ihrer alleinigen Kontrolle. Dorthin will Erdogan auch Millionen syrische Flüchtlinge umsiedeln. Die USA unterstützen die YPG hingegen mit Waffen und Spezialkräften im Kampf gegen Dschihadisten.

Vertreter der Kurden in Syrien bezeichneten Erdogans Pläne als eine Gefahr für "Sicherheit und Stabilität" in der Region. Zugleich riefen sie die internationale Gemeinschaft dazu auf, Ankara von einer Offensive abzubringen.

wa/uh (dpa, afp)

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