Türkei nimmt mindestens 75 IS-Anhänger fest | Aktuell Europa | DW | 29.12.2017
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Türkei in Angst

Türkei nimmt mindestens 75 IS-Anhänger fest

Bereits den zweiten Tag in Folge ist die türkische Polizei mit Großrazzien gegen mutmaßliche IS-Anhänger vorgegangen. Angeblich planten Islamisten wieder einen Anschlag an Silvester - wie bereits im Vorjahr in Istanbul.

Die Angst vor einem neuerlichen Anschlag der Terrormiliz "Islamischer Staat" an Silvester ist in der Türkei groß. Die Sicherheitskräfte versuchten mit einem massiven Einsatz gegen mutmaßliche IS-Sympathisanten, die Dschihadisten zu schwächen. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu teilte mit, mindestens 75 IS-Anhänger seien bei landesweiten Razzien festgenommen worden. Allein in Istanbul seien 46 Verdächtige gefasst worden, 43 davon Ausländer. Bei Razzien in der Hauptstadt Ankara seien 29 Menschen festgenommen worden, auch hier habe es sich mehrheitlich um Ausländer gehandelt.

Damit seien möglicherweise Anschlagspläne der Terroristen für die Silvesternacht vereitelt worden, meldete Anadolu. Bei den Durchsuchungen sei Material sichergestellt worden, das auf eine Anschlagsplanung einiger der Verdächtigen zu den Neujahrsfeierlichkeiten hindeute. Rund 500 Einsatzkräfte seien bei den Razzien im Einsatz gewesen.

In der Silvesternacht 2016/2017 hatte ein Angreifer den bekannten Istanbuler Nachtclub Reina gestürmt und 39 Menschen erschossen, die meisten davon arabische Touristen, die dort das neue Jahr feierten. Der aus Usbekistan stammende Täter gab damals bei seinem Geständnis an, im Auftrag der IS-Terrormiliz gehandelt zu haben. Der IS reklamierte den Anschlag für sich. Seit der Bluttat gehen die türkischen Behörden regelmäßig mit Razzien gegen die dschihadistische Szene vor.

Silvester unter massivem Polizeischutz

In Istanbul werden am Abend des 31. Dezember mehr als 40.000 Sicherheitskräfte im Einsatz sein. In beliebten Ausgehvierteln wie Beyoglu, Besiktas und Sisli wurden Feiern in der Öffentlichkeit ganz untersagt. Insbesondere auf dem symbolträchtigen Taksim-Platz sind dieses Jahr sämtliche Feiern verboten. In Ankara kündigte der Gouverneur verschärfte Sicherheitsmaßnahmen an.

Bereits am Donnerstag waren bei landesweiten Razzien mehr als 120 Verdächtige mit mutmaßlichen Verbindungen zur IS-Extremistenmiliz festgenommen worden, der auch in der Türkei zahlreiche Anschläge zur Last gelegt werden.

qu/jj (dpa, afp, rtr)