Türkei fordert internationale Untersuchung im Fall Khashoggi | Aktuell Nahost | DW | 22.01.2019
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Mordfall

Türkei fordert internationale Untersuchung im Fall Khashoggi

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu wirft westlichen Staaten in dem Mordfall Vertuschung vor. Nun will Ankara selbst eine internationale Untersuchung initiieren.

Die Türkei kündigt eine internationale Untersuchung zum Mord des saudi-arabischen Journalisten und Regimekritikers Jamal Khashoggi an. Sie wirft einigen westlichen Staaten ein bewusstes Verschleiern des Falls vor. "Wir sehen, wie diejenigen, die von Pressefreiheit sprachen, nun zur Vertuschung greifen, nachdem sie Geld gesehen haben", sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Die türkische Regierung dagegen will laut Cavusoglu die vollständige Aufklärung des Mordes. Entsprechende Vorbereitungen sollen in den kommenden Tagen getroffen werden.

Neben der Türkei forderten auch Nichtregierungsorganisationen und das UN-Menschrechtsorganisation OHCHR eine unabhängige Untersuchung des Falls. Jedoch kann dies nur über den Antrag eines Mitgliedstaates der Vereinten Nationen geschehen (UN). Ohne diesen ist eine unabhängige Untersuchung durch die UN nicht möglich, teilte UN-Generalsekretär António Guterres in der vergangenen Woche mit. Auch vom UN-Sicherheitsrat und der Vollversammlung, die ebenfalls eine solche Untersuchung fordern könnten, habe es laut Guterres bisher kein entsprechendes Gesuch gegeben.

Prinz des Mordes bezichtigt

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan beschuldigt die oberste Führungsebene in Saudi-Arabien, den Mord in Auftrag gegeben zu haben, Riad bestreitet jedoch jegliche Beteiligung des saudi-arabischen Prinzen Mohammed bin Salman. Auch die USA, einer der engsten Verbündeten Saudi-Arabiens, bezichtete den Prinzen des Mordes.

Türkei Mevlüt Cavusoglu, Außenminister in Ankara (picture-alliance/Anadolu Agency/F. Aktas)

Außenminister Mevlut Cavusoglu fordert eine internationale Untersuchung des Mordfalls und leitet erste Schritte ein

Anfang Januar begann in Riad der Prozess gegen elf Angeklagte, die in den Mord Khashoggis involviert gewesen sein sollen. Ihnen droht die Todesstrafe. Die Verhandlungen sorgten für weltweite Empörung und schädigten das Ansehen des 33-jährigen Thronfolgers.

Khashoggi war am 2.Oktober 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul ermordet worden. Nach widersprüchlichen Stellungnahmen und anfänglichem Leugnen, räumte Riad am Ende die Tat ein. Khashoggi sei ermordet und anschließend zerstückelt worden. Wo sich die menschlichen Überreste befinden, ist bisher weiter unklar. Der Mord führte zu internationaler Aufmerksamkeit im Umgang mit Aktivisten und dem Kriegsgeschehen in Jemen.

fa/djo (dpa, rtre)

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