Türkei beschießt Stellungen der Kurdenmiliz YPG in Syrien | Aktuell Europa | DW | 31.10.2018
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Kurdenkonflikt

Türkei beschießt Stellungen der Kurdenmiliz YPG in Syrien

In der Region Kobane sind neue Gefechte zwischen türkischen Einheiten und kurdischen Milizen ausgebrochen. Derweil eskaliert der Konflikt mit den Syrischen Demokratischen Kräften - und damit auch mit den USA.

Syrien türkische Soldaten in Afrin (Foto: Getty Images/AFP/O.H. Kadour)

Türische Soldaten patrouillieren in der syrischen Stadt Afrin

Es ist der zweite Angriff innerhalb einer Woche: Die türkische Armee hat Stellungen der Kurdenmiliz YPG im Norden Syriens beschossen. Ziel des Angriffs sei die Region Kobane, meldete die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Bei den Kämpfen seien vier Anhänger der kurdischen Volksverteidigungseinheiten getötet und sechs verletzt worden. Die YPG bestätigte den Artilleriebeschuss aus der Türkei, nannte jedoch keine Opferzahlen.

Schon am Sonntag hatten türkische Streitkräfte Stellungen der Kurdenmiliz in der Region angegriffen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan drohte anschließend mit einer neuen Offensive auf das von der YPG kontrollierte Gebiet östlich des Flusses Euphrat. 

Türkei greift US-Verbündete an

Die Türkei betrachtet die YPG als den syrischen Ableger der von ihr bekämpften Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), während die Miliz für die USA ein wichtiger Partner im Kampf gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) ist. In der EU und den USA steht nur die PKK auf der Terrorliste.

Syrien SDF-Kämpfer in Qamischli (Foto: Getty Images/AFP/D. Souleiman)

Bei Kämpfen am Wochenende wurden mehrere Anhänger der YPG getötet

In Syrien kämpfen auch die von den Kurden geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) gegen die Dschihadisten. In einer Stellungnahme kündigten sie jetzt an, ihren Kampf gegen den IS vorerst auszusetzen. Eine Fortsetzung der Angriffe werde auch den Kampf gegen den IS zu einer längeren Pause bringen, teilten die SDF mit.

Die türkischen Streitkräfte weiteten zudem ihre Offensive gegen PKK-Stellungen in der Südosttürkei aus. Unter anderem wurde ein Munitionslager in der Grenzprovinz Sirnak von der Luftwaffe bombardiert, teilte die Armee mit. Dabei wurden auch PKK-Kämpfer getötet.

sam/kle (dpa, rtr)

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