Tödlicher Schnaps in Indien | Aktuell Asien | DW | 10.02.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Gepanschter Alkohol

Tödlicher Schnaps in Indien

Schwarz gebrannter Schnaps ist in Indien weit verbreitet. Weil eine Charge offenbar vergiftet war, sind jetzt Dutzende Menschen gestorben. Und die Zahl der Todesopfer könnte noch steigen.

Fast 100 Menschen sind im Norden Indiens gestorben, nachdem sie offenbar mit Methanol gepanschten Alkohol konsumiert hatten. Das teilten die zuständigen Behörden in den Bundesstaaten Uttar Pradesh und Uttarakhand mit. Die Polizei nahm rund 200 Menschen in Verbindung mit dem Vorfall fest, darunter zahlreiche Schwarzhändler.

Behördenmitarbeiter suspendiert

Der gepanschte Schnaps sei wahrscheinlich die Todesursache gewesen. Weitere Tests würden aber noch durchgeführt, sagte der medizinische Direktor des staatlichen Krankenhauses in der Stadt Meerut in Uttar Pradesh, Raj Kumar. Dutzende Menschen befanden sich am Wochenende noch in medizinischer Behandlung. Die Behörden rechnen mit weiteren Todesfällen.

Hunderte Liter des illegal gebrannten Schnapses wurden beschlagnahmt. Staatliche Behörden haben eine Untersuchung zu den Vorfällen eingeleitet. Zudem wurden mehr als 30 Behördenmitarbeiter wegen Fahrlässigkeit oder Beteiligung an dem Handel vorläufig von ihren Aufgaben freigestellt, darunter zehn Polizeibeamte.

Jedes Jahr 1000 Todesopfer

Der Konsum von schwarz gebranntem Schnaps ist in Indien weit verbreitet. Er wird viel billiger verkauft als importierte alkoholische Getränke und etablierte indische Marken. Immer wieder werden dem Schnaps Industrie-Alkohol oder anderen Substanzen beigefügt, die zu schweren Vergiftungen führen können.

Nach offiziellen Angaben sterben in Indien jedes Jahr rund 1000 Menschen am Konsum von gepanschtem Alkohol, besonders in den ärmeren Regionen des Landes. Zuletzt kam es im Jahr 2015 zu einem ähnlichen Vorfall. Damals starben mehr als 100 Menschen in Mumbai, nachdem sie gepanschten Schnaps getrunken hatten.

pgr/AR (dpa, ap)

Die Redaktion empfiehlt